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Gut Gemacht
Flüchtlingskinder auf tierischer Tuchfühlung

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN 15 Kinder von Flüchtlingen machten gestern Nachmittag zum ersten Mal Bekanntschaft mit einem bergischen Bauernhof und seinen Tieren. Grit Glöckner-Kolodziej hatte die Jugendlichen, die die Montanusschule besuchen, auf den Glöckner-Hof in Maisdörpe nahe des Golfplatzes eingeladen. Sie lernten so ihre neue Heimat von einer ganz neuen Seite kennen.

Als es hieß, sie würden die Schafwiese besuchen, machte sich bei einigen Schülern Aufregung bemerkbar. Abdullah (16) aus Syrien sah die wolligen Tiere zum ersten Mal in seinem Leben. Angst hatte er nicht, fand sie sogar ein bisschen süß. Halima Gouya-Stendtke, die als Dolmetscherin dabei war, übersetzte für ihn eine eindringliche Warnung von Grit Glöckner-Kolodziej: "Pass auf, Schaf Theo schubst!" Das war jedoch kein Problem für Abdullah und die übrigen Jungen: Begeistert streichelten und fütterten sie die Schafe. Auch Egzon (15) aus dem Kosovo, der sich eigentlich ein wenig vor Tieren fürchtet, fand den Besuch der Schafwiese toll.

"Ich denke, den Jugendlichen gefällt der Bauernhof-Besuch. Schon bevor wir hierher gefahren sind, waren sie darauf gespannt", berichtete Lehrerin Susanne Franken. Gemeinsam mit Schulleiter Gerd Püschel und ihren Kollegen Klaus Kruska, Christiane Ligges-Falkenberg und Melanie Radekopp begleitete sie die jungen Flüchtlinge auf den Glöckner-Hof.

Grit Glöckner-Kolodziej, die auf dem Hof ihrer Eltern pädagogische Arbeit leistet, berichtete, dass der Kontakt mit fremden Tieren bei manchen Menschen Ängste auslöse. Die Mutter einer Flüchtlingsfamilie, die auf dem Hof der Familie wohnt, habe beispielsweise furchtbare Angst vor Tieren. "Die Flüchtlinge sind keine Haustiere gewohnt. Sie kennen Tiere nur als Nutztiere", erläuterte Glöckner-Kolodziej. Bevor die Jugendlichen die tierischen Hofbewohner besuchten, ertasteten sie deswegen erst einmal anhand verschiedener mit Fell und Hühnereiern gefüllten "Fühlsäckchen", was sie erwartete.

Die Idee zu der Bauernhof-Aktion kam Grit Glöckner-Kolodziej gemeinsam mit ihrem Vater, dem ehemaligen Realschullehrer Gerd Glöckner: "Er hatte angeboten, den Flüchtlingen Unterricht zu geben. Das war nicht möglich. Dann fiel uns ein, dass wir ihnen auch einen tollen Tag auf dem Bauernhof bieten können." M. EICKHORN

Quelle: RP
 
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