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Friedenskapelle
Friedvolles Sommerfest trotz des Donnergrollens

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN (wow) Vor dem Feiern kommt das Gedenken: Beim Sommerfest des Freundeskreises der Friedenskapelle Voßhagen stand der Friedensgedanke im Mittelpunkt. Mit einem sehr schönen und besinnlichen ökumenischen Friedensgebet, das Freundeskreis-Mitglied Anita Prostiak ausgearbeitet hatte, gedachten die 100 Gäste in Gesang und Gebet jenem Frieden, der in der Welt so nötig ist.

"Für uns sind Freiheit und Frieden eine Selbstverständlichkeit geworden", sagte Prostiak, aber auch bei uns habe es bestimmt Situationen oder Menschen gegeben, für die wir, nach dem Christus-Wort "Wenn ihr schweigt, schreien die Steine", das Schweigen hätten brechen müssen. Es wurden mehrere Texte verlesen, und auch wenn in der Ferne immer wieder ein unheilvolles Donnergrollen zu vernehmen war, waren Stimmung und Wetter an der Kapelle, an der vor genau 30 Jahren Richtfest gefeiert wurde, friedlich, beinahe meditativ.

Das war auch dem leisen Klingen der Klangschalen zu verdanken, die Prostiak nach jedem Text anschlug. Sehr passend war da auch der Satz von Dietrich Bonhoeffer: "Nur aus dem Frieden zwischen zweien oder dreien kann der große Frieden entstehen. Kämpfe werde nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit Gott." Bürgermeister Dietmar Persian war zwar wegen einer Ganztagsveranstaltung verhindert, ließ jedoch durch Isabel Bever, Kämmererin und stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises, einen Gruß ausrichten. "Ich bin gerne an der Friedenskapelle, sei es für eine kurze Einkehr oder ein Gebet. Ich möchte meinen Dank dem Freundeskreis aussprechen, der sich ganz im Sinne Michail Gorbatschows um die Kapelle kümmert, der einmal gesagt hat: 'An den Frieden denken heißt an die Kinder denken.'". Die besondere Atmosphäre der Friedenskapelle in Voßhagen berührt auch Hanne Fidorra immer wieder: "Ich fühle mich sehr vom Friedensgedanken angesprochen, den ich hier an der Kapelle empfinde", sagte die Hückeswagenerin, die gemeinsam mit ihrem Mann zum Sommerfest gekommen war. "Frieden sollte doch immer oberste Priorität für uns Menschen haben", sind die beiden überzeugt.

Die feierliche Stimmung wechselte dann prompt, als es in den schön hergerichteten Hinterhof der Familie Guski zum gemütlichen Teil des Nachmittags ging: Dort wartete auch schon die Musikklasse der Städtischen Realschule mit ihrem Leiter Gerald Wasserfuhr. "Wir sind sozusagen gerade auf Tour", sagte Wasserfuhr schmunzelnd und spielte damit auf die Reise des Realschulorchesters in die Partnerstadt Etaples sur Mer Ende Mai an. Entsprechend gut eingespielt zeigten sich die jungen Musiker der achten Klassen, als sie für eine runde Stunde beschwingt aufspielten und dabei für Lieder wie "Locomotion" oder die Film-Melodien von den "Flintstones" und "James Bond" großen Applaus bekamen.

Und da aus dem Grummeln auch im weiteren Verlauf des Sonntagnachmittags nichts Schlimmeres geworden war, schmeckten Kaffee und Kuchen beim Sommerfest gleich umso besser. Schließlich muss der Frieden ja auch gefeiert werden.

WOLFGANG WEITZDÖRFER

Quelle: RP
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