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Brauchtum
Hückeswagener regiert die Wipperfürther Narren

Hückeswagen. WIPPERFÜRTH/HÜCKESWAGEN Leicht dehydriert, aber mit einem Lächeln auf den Lippen verließ der Hückeswagener Heiko Altendorf am Freitagabend die Bühne in der Aula der Wipperfürther Hauptschule. Als Prinz im Dreigestirn der Narrenzunft Neye meisterte der 38-Jährige die jecke Sessionseröffnung mit Bravur. Dabei bekam das Dreigestirn die Insignien - unter anderem den Stadtschlüssel und das Zepter - von Heribert Berster, dem stellvertretenden Bürgermeister der Hansestadt, überreicht. "Das ist das Zeichen der Herrscher über das Narrenvolk", sagte Berster. Unter dem Motto "Lasst Spaß und Frohsinn nun verbreiten und nicht um Stadtsanierung streiten" startet das Dreigestirn mit Blick auf den viel kritisierten Innenstadtumbau in eine kurze, dafür wohl umso heftigere Session mit rund 70 Terminen. An der Seite von Prinz Heiko I. stehen Bauer Ralf (Kiesewetter) und Jungfrau Reinhild (Reinhard Barzog).

Für den Auftritt hatte das Dreigestirn ein Lied passend zum Motto vorbereitet: Zur Melodie von Helene Fischers Erfolgshit "Atemlos" sang das Trifolium im Refrain: "Autolos durch die Stadt, bis man wieder Durchfahrt hat." Heiko Altendorf, der bisher nach eigener Angabe nur "Nutznießer", jedoch nie Aktiver im Karneval war, geht die Sache zumindest nach außen hin locker an: "Manchmal ist es doch ganz gut, nicht zu wissen, was auf einen zukommt", sagte er im Vorfeld der Auftaktveranstaltung. Unterstützung erhielt der Karnevalsprinz von vielen Hückeswagenern im Publikum und auf der Bühne. So moderierte der Prinz der Session 2013/2014, Torsten Pütz, die Proklamation am Freitagabend. Vor zwei Jahren hatte er mit seinen Hückeswagener Freunden Holger Haybach (Bauer) und Axel Mundt (Jungfrau Alexandra) das Dreigestirn der Narrenzunft Neye gestellt und daher etliche Frotzeleien der Wipperfürther über sich ergehen lassen müssen. "Diese Sprüche darf sich Heiko aber nicht zu Herzen nehmen", lautete der Rat von Holger Haybach. Alle drei sind seitdem Mitglied der Narrenzunft und seit vergangenem Jahr auch im Elferrat aktiv. "Hückeswagen und Wipperfürth wachsen immer mehr zusammen, trotz Frotzeleien", sagte Haybach, der sich nach wie vor karnevalistisch engagiert.

Heiko Altendorf bewies bei seinem ersten Auftritt Standhaftigkeit auf der Bühne und präsentierte sich in voller Prinzenrobe mit Fasanenfedern und strammen Waden in weißer Strumpfhose. Nach zwei Stunden war der karnevalistische Spuk vorbei, und die größtenteils verkleideten Gäste traten singend und lachend den Heimweg an. Ernst wird es für das Dreigestirn wieder im Januar, wenn am dritten Tag des neuen Jahres die "Narrenarena" in der Alten Drahtzieherei startet. Die große Kostümsitzung findet am 23. Januar in der Voss-Arena am Mühlenberg statt. Für diese können Eintrittskarten zum Preis von 22 Euro vom 21. November bis 19. Dezember und vom 2. bis 16. Januar immer samstags, 10 bis 12 Uhr, im Rewe-Markt am Etapler Platz erworben werden; dort wird dann ein Stand der Narrenzunft aufgebaut sein. HEIKE KARSTEN

Quelle: RP
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