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Leben & Lernen
Kleine Forscher experimentieren auf Wertstoffhof

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN Luftballonraketen steigen bis zur Decke, Kerzen schweben wie von Zauberhand in die Höhe - und die Limonade kommt aus dem eigenen Getränkelabor: So bunt und spielerisch wie gestern Morgen geht es auf dem BAV-Wertstoffhof an der Schlossfabrik nur selten zu. 80 Kinder aus sechs Kindergärten feierten ein Forscherfest zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung "Haus der kleinen Forscher". Dazu wurden an vier Stationen lustige Party-Experimente angeboten: Besonders beliebt war das Getränkelabor, bei dem die Kinder aus Natron, Zitronensäure, Zucker, Sirup und Wasser ihre eigene Brause zusammenmixen durften.

"Igitt, das schmeckt ja gar nicht", sagte Diego und verzog das Gesicht. Zu viel Natron hatte den Geschmack beeinflusst und die Flüssigkeit überschäumen lassen. Die nächste Brausemischung mit weniger Natron, dreifacher Menge Zucker und etwas Orangensaft traf seinen Geschmack wesentlich besser.

Aus Hückeswagen war der Kindergarten der Kreuzkirche mit zehn Kindern sowie der Margarete-Starrmann-Kindergarten der Awo mit 14 Kindern gekommen". Sie musizierten am "Flaschenklavier", brachten Gläser zum "Singen" und Kerzen wie durch Zauberhand zum Schweben.

"Ich freue mich, dass der Aktionstag bei uns in Hückeswagen stattfindet", sagte Bürgermeister Dietmar Persian. Oft profitiere der Nordkreis nicht von solchen Angeboten. Über den Standort freuten sich auch die anderen Kitas. Die gemeinnützige Stiftung "Haus der kleinen Forscher" engagiert sich für die Bildung von Kindern im Kita- und Grundschulalter in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. "Unser Ziel ist es, alle 170 Kitas im Netzwerk von dem Projekt zu überzeugen", sagte Kerstin Pack vom Bildungsnetzwerk des Oberbergischen Kreises. Mit einem bundesweiten Fortbildungsprogramm unterstützt das "Haus der kleinen Forscher" pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei, den Entdeckergeist von Kindern zu fördern und sie qualifiziert beim Forschen zu begleiten. Die Bildungsinitiative leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung von Bildungschancen, zur Nachwuchsförderung im MINT-Bereich, zur Integration von Flüchtlingskindern und zur Professionalisierung des pädagogischen Personals. "In Deutschland fehlen Mathematiker und Physiker. Hier werden die Grundsteine dafür gelegt", betonte Persian. Für den BAV geht es um Nachwuchsförderung und darum, den ländlichen Raum als Wirtschaftsstandort interessant zu machen", sagte Annette Göddertz von metabolon. Einige Mitarbeiter des Kreuzkirchen-Kindergartens haben schon eine Fortbildung besucht. "Wir bringen das Thema in den Kindergarten-Alltag ein und richten Möglichkeiten zum Ausprobieren und Forschen ein", berichtete Erzieherin Karin Scheer. Sie findet das Angebot eine tolle Sache. "Es ist ein erster Schupps, die Neugier der Kinder zu wecken."

Wie leicht das gelingt, zeigte der Forschertag. Mit einfachen Haushalts- und Recyclinggegenständen hatten die Kleinen eine Menge Spaß am Experimentieren.

HEIKE KARSTEN

Quelle: RP
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