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Tradition
"Marktsträßer Nachbarn" feiern Straßenfest "ohne Gedöhn"

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN Für das Zusammenleben auf engstem Lebensraum ist eine gute Nachbarschaft wichtig. In der Prioritäten-Skala steht das bei den meisten Zeitgenossen über Weltanschauung, Konfession und Nationalitäten-Zugehörigkeit. Die "Marktsträßer Nachbarn" fühlen sich in dieser Gemengelage "mittendrin" und nehmen jede Gelegenheit wahr, mit alten und neuen Zeitzeichen positiv umzugehen.

Das traditionelle Straßenfest ist Jahr für Jahr die beste Gelegenheit, gute Nachbarschaft generationenübergreifend auf erprobte Art zu pflegen und Neu-Anwohnern den Zugang zu erleichtern. Beim Bürgerfest "900 Jahre Hückeswagen" 1985 war Premiere. Gerade hatten die Marktsträßer ihre 34 Handwerkerfahnen "Marke Eigenbau" in Erinnerung an blühendes Innungs-Gewerbe auf ihrer uralten Zeile gehisst, da kamen Hunderte von Nachbarn, Freunde, ja fast alle Stadtrats-Angehörigen, Altbürgermeister Helmut Ptock vorne an unter der alten Schiefergiebeligkeit zusammen, um fröhlich zu feiern. In etwas kleinerem Rahmen tun das die Nachbarn auch 31 Jahre danach immer noch. An der Idee der wohnungsbedingten Zusammengehörigkeit hat sich nichts geändert. Punkt 17 Uhr waren die Tische am Samstag gedeckt. Der große Getränkewagen öffnete, Kuchen und Leckereien aus Küche und Keller wurden herangeschleppt. Der Grill war angeworfen. 40 Nachbarn übten sich im Plausch bei angenehmen Sommer-Temperaturen.

Als um 18 Uhr wie bestellt die vier Glocken der Pauluskirche den Sonntag einläuteten, da war die Fete in vollem Gang. "Was mir an unserem Straßenfest so gefällt", sagte eine über 80-jährige Nachbarin, "das ist der nette, ruhige Ablauf ganz ohne lautstarkes Gedöhn." Das Fest selbst an der ältesten Straße der Stadt ist dennoch nicht unüberhör- und unübersehbar. Es ist Urlaubszeit, und viele Gäste sind im alten Hückeswagen unterwegs. Sie sind bei den Nachbarn "am Matt" herzlich eingeladen. Am Samstag war das wieder so. Und nach dem Stop bei Speis und Trank kann, wer möchte, das Sparschwein mästen.

Das Traditionsfest an der Marktstraße schließt den seit Jahren gelebten "Multi-Kulti"-Zustand mit ein. Manche gut nachbarschaftliche Beziehung ist ohne Vorbehalte erwachsen. Stundenlang rissen auch Samstag die alle verbindenden Themen nicht ab. Die Letzten blieben bis nach Mitternacht. Sonntagmorgen erinnerte nichts mehr an das Nachbarschaftsfest in froher Feierlaune. FRANZ MOSTERT

Quelle: RP
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