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Leben & Lernen
Seepferdchen im Bürgerbad statt Freiheitsstatue

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN Warum besucht eine Familie aus New York in ihrem Urlaub das Bürgerbad im beschaulichen Hückeswagen? "Weil das Wetter im Bergischen Land so gut ist", scherzt Annabelle Verhoye. Die vierfache Mutter besucht derzeit mit ihrem Ehemann Gaël de Brousse und ihren Kindern Anaïse (7), Camille (6), Emmanuel (4) und Josephine (2) ihre Mutter Gudrun Verhoye in Dörpmühle. "Die Kinder haben drei Monate Schulferien. Vier Wochen bleiben wir in Hückeswagen", sagt Annabelle Verhoye.

Im warmen Hallenbad ist es den Kindern egal, ob die Wettervorhersage mal wieder Regen ansagt. Sie haben viel Spaß im Wasser. Die drei ältesten Kinder nutzen die Zeit und nehmen am Ferien-Schwimmkursus teil. "Ich habe schon das Seepferdchen-Abzeichen", berichtet Anaïse stolz. Jetzt darf sie bereits mit den Fortgeschrittenen im Bronze-Kursus schwimmen.

Schon in den Osterferien haben die Kinder einen Crash-Kursus im Hallenbad besucht und fleißig für das erste Schwimmabzeichen geübt. "Ich finde es super, wenn die Kinder jeden Tag Schwimmen, als nur einmal in der Woche. In Amerika gibt es das in der Form nicht", sagt Annabelle Verhoye. Ein Sprachproblem gibt es nicht, da die Kinder dreisprachig - deutsch, französisch und englisch - aufwachsen. "Wir machen ja auch viel vor, und die Kinder gucken sich das ab", sagt Schwimmtrainerin Tanja Bauer, die auch Flüchtlingskinder ohne Probleme unterrichtet. Nicht nur die regelmäßigen Hallenbadbesuche sind willkommene Höhepunkte für die New Yorker Kinder. Die ersten zwei Wochen ihres Deutschlandbesuchs verbrachten sie auf dem Glöckner-Hof in Maisdörpe. "Das war wunderschön. Wenn die Kinder Kühe, Pferde oder Schafe sehen, sind sie ganz aus dem Häuschen", berichtet ihre Mutter. In New York wohnt die Familie mitten in der Stadt, direkt am Central Park. Im Gegensatz dazu kriecht vor dem Haus der Mutter in Dörpmühle morgens auch schon mal eine Nacktschnecke über die Terrasse. "Früher fand ich das langweilig, heute genieße ich das Landleben", fügt die vierfache Mutter hinzu. Das Masterstudium verschlug die ehemalige Hückeswagenerin nach Manhattan. "Ich habe dort meinen 'Master of Fine Arts' gemacht und wollte eigentlich nur zwei Jahre bleiben", schildert sie. Daraus sind 17 Jahre geworden. Annabelle Verhoye arbeitet als Künstlerin. In ihrem eigenen Studio entstehen Malereien und Illustrationen. Gaël de Brousse ist Innenarchitekt.

Zwei bis dreimal im Jahr besucht die Amerikanerin ihre Heimat. "Am meisten freue ich mich dann auf die Katzen meiner Mutter und Spaghetti-Eis." Spaghetti-Eis und Schwarzbrot würden in Manhattan fehlen. "Das ist eine echte Marktlücke", fügt sie hinzu. Zudem verbringen die Urlauber viel Zeit mit Oma Gudrun Verhoye, die sich als Englisch- und Französischlehrerin in jeder Sprache mit ihrer New Yorker Familie unterhalten kann.

Spätestens zu Ostern werden auch die Kinder wieder in die Schloss-Stadt reisen. "Wir haben uns schon zum nächsten Schwimmkursus angemeldet", kündigt Verhoye an. Ihre Kinder wird's freuen - und das Bürgerbad-Team auch. www.annabelleverhoye.com

HEIKE KARSTEN

Quelle: RP
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