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Leben & Lernen
Viertklässler lernen Wald auf spielerische Art kennen

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN Zum achten Mal finden sie nun schon statt - und auch in diesem Jahr sind die Viertklässler aller Grundschulen sowie die Dritt- und Viertklässler der Erich-Kästner-Schule wieder mit Leib und Seele dabei, wenn auf dem Stundenplan nicht Mathematik oder Deutsch stehen, sondern die Waldjugendspiele. 150 Schüler, aufgeteilt in zwölf Gruppen, durchforsten gestern Vormittag den Wald oberhalb der Wupper-Talsperre, lernen an zwölf Stationen viele wissenswerte Dinge über den Wald kennen und können Punkte sammeln, die am Ende darüber entscheiden, welche Gruppe ganz vorne gelandet ist. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnehmerurkunde. Die Siegtrophäe, ein ausgestopftes und präpariertes Kaninchen, das von der Präparatorenschule in Bochum gestiftet wurde, wird am Ende allerdings unter allen zwölf Gruppen verlost.

"Die Gruppen haben sich selbst Namen gegeben, und sie haben einen Laufzettel mit, auf dem ihre erworbenen Punkte an den verschiedenen Stationen eingetragen werden", sagt Elke Gregory, Försterin in Wipperfürth, die zusammen mit ihrem Kollegen Michael Woesler für den Ablauf der Waldjugendspiele verantwortlich ist. So auch die "Wölfe", eine Gruppe Viertklässler von der Löwengrundschule, die gerade zur Station des Hückeswagener Försters Heiner Grüter kommt. "Was meint ihr, was kann man denn aus Holz alles machen?", will er von seinen jungen Besuchern wissen. "Ein Bett", sagt ein Mädchen, ein Junge fällt ein: "Man kann es verbrennen, im Kamin." Bei Grüters Station geht es ganz klar um die Holznutzung. Neben dem Spiel - möglichst genau 250 Gramm Holz von einem großen Ast abzusägen - erfahren die Kinder hier also interessante Dinge zur Verwendung von Holz. Unter anderem, dass eben jene 250 Gramm Holz pro Tag in den Wäldern von Hückeswagen produziert werden. Die "Wölfe" haben ein gutes Augenmaß: "Ihr seid die erste Gruppe heute, die genau 250 Gramm gesägt hat", ruft Grüter begeistert aus.

An anderen Stationen geht es um Sinneserfahrungen im Wald: "Wir waren einfach ganz still und haben zugehört", erzählt die neunjährige Leony. Die achtjährige Jule ergänzt: "Dann haben wir sehr viel gehört, etwa als ein Stein ins Lauf gekullert ist. Oder auch den Wind in den Ästen." Auch Vogelstimmen müssen die Kinder erraten: "Das Rotkehlchen habe ich erkannt", ruft Jule aufgeregt. Und Florentine und Jana, beide ebenfalls neun Jahre alt, sind sich einig: "Das ist ein toller Vormittag. Viel besser als Schule!"

Auch Woesler zeigt sich beeindruckt: "Die Kinder machen mit, haben Interesse, und auch das Engagement der Lehrer und Eltern, die als Begleitpersonen dabei sind, ist toll. Wir machen auf jeden Fall weiter mit den Waldjugendspielen!" Das ausgestopfte Kaninchen gewinnen die "Waldgiganten" aus der U4 der Erich-Kästner-Schule - bei dem Gruppennamen kein Wunder.

WOLFGANG WEITZDÖRFER

Quelle: RP
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