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Gut Gemacht
"Wild-Retter" schützt Rehkitze und Hasen vor dem Mähtod

Hückeswagen. OBERBERG (rue) Die Landwirte setzen sich auch mit Alarmgeräten beim Grasschnitt für die Artenvielfalt ein. "Kein Landwirt will tote Kitze in der Grassilage oder in der Heumahd", sagt Helmut Dresbach, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Oberberg. Einige Bauern haben ihre Silageflächen bei dem schönen Wetter in der vergangenen Woche schon gemäht. Der Schnittzeitpunkt war so früh, so dass die Wahrscheinlichkeit, auf Rehkitze zu treffen, äußerst gering war. Das sei der Vorteil der sehr frühen Mahd. Besondere Vorsicht ist aber in den nächsten Wochen geboten. Unfälle mit Wildtieren ließen sich nicht alle, aber größtenteils vermeiden. Da komme es in erster Linie auf ein gutes Miteinander zwischen Landwirt und Jäger an. Dresbach ruft seine Kollegen und die Jäger deshalb zu einem guten Miteinander zum Schutz von Rehkitzen, Hasen und Co. auf. Auch technische Hilfen sind bei den Bauern in Aktion - wie der "Wild-Retter", ein Alarmgerät, das die Tiere beim Grasschneiden aufscheucht. Gerettet würden durch das Alarmgerät fast alle Hasen und Kaninchen ab einem Alter von drei Monaten, erwachsene Fasane, Rehkitze ab dem Alter von etwa drei Wochen und jedes erwachsene Wild.

Auch für Landwirte liege der Vorteil des Wildretters auf der Hand: Es sei nicht nur grausam, die Tiere unbeabsichtigt zu verletzen, sondern es verunreinige auch die Silage. Beides gilt es zu vermeiden. Das Alarmgerät wird vorne am Trecker befestigt. Der Wildretter sendet fünf Hektar weit einen durchdringenden Alarmton mit 105 Dezibel Schalldruck aus. Rehkitze, Hasen und andere Wildtiere werden gewarnt, dass Gefahr im Verzug ist, und bringen sich in Sicherheit. "Unsere Landwirte setzen sich mit Herz und Technik für die Artenvielfalt ein. Auch mit dem Einsatz von Wildrettern leisten die Bauern einen enormen Beitrag zur Biodiversität", sagt Dresbach.

Es gibt viele Möglichkeiten, das Wild, wie Rehkitze und Hasen, die jetzt ihre Jungen aufziehen, vor dem Mähtod zu schützen. "Die Bauern und die Jäger kennen oft die vom Wild bevorzugten Flächen. Sie gehen diese vor der Mahd ab und überprüfen, wo sich Wildtiere verstecken - besonders frisch gesetzte Kitze sind gefährdet. Sie haben in den ersten Wochen kein angeborenes Fluchtverhalten. Das erschwert ein Verscheuchen. Mit einer allerdings sehr aufwendigen Suche hat man eine große Chance, Jungtiere zu retten. Leider ist das nicht zu 100 Prozent zu erreichen. Wenn es das Gelände zulässt, wird von innen nach außen gemäht, um den Wildtieren einen Fluchtweg zu bieten, erklärt Dresbach.

Quelle: RP
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