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Tag Der Offenen Tür
"Wohnwerk" will in der Stadt viel bekannter werden

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN Ganz anders als sonst ist das Tor am Wohnheim "Wohnwerk" für Demenzkranke weit offen. Normalerweise ist es geschlossen, um die Sicherheit der zumeist schwer verwirrten Bewohner zu gewährleisten. Aber gestern war Tag der Offenen Tür. Zum ersten Mal, wie Heimleiterin Iris Prangenberg-Röntgen erzählte. "Der Anlass ist der Welt-Alzheimer-Tag. Für uns als 'Wohnwerk' gilt aber vor allem: Wir wollen bekannter in Hückeswagen werden. Man weiß, dass es uns gibt, aber nicht, was sich hinter dem Schriftzug an der Hausmauer verbirgt. Zu Beginn hat man uns ja oft für ein Möbelhaus gehalten", sagte sie und schmunzelte.

Seit März 2009 befindet sich in den Räumen des ehemaligen Hückeswagener Bauhofs ein Altenpflegeheim für Demenzkranke mit 20 Plätzen. "Wir wollen heute zeigen, was wir hier machen, was wir anbieten und wie wir arbeiten", sagte Prangenberg-Röntgen. Das geschah dann in erster Linie mittels Führungen durch den Wohnheimkomplex. "Jede Stunde bieten wir Führungen an, die auch gut angenommen werden", sagte die Leiterin. Zum einen von Angehörigen, die sich informieren wollten, aber auch in größerer Zahl von älteren Menschen, die für sich selbst die möglichen Alternativen abklopfen wollten. "Der Tenor ist: Es dauert hoffentlich noch lange, aber man weiß es ja nie", sagte Prangenberg-Röntgen.

Demenz - das ist ein Themenkomplex, den man sich eigentlich gar nicht so wirklich vorstellen kann. Um Verständnis für diese Krankheit entwickeln zu können, war der sogenannte Demenz-Parcours aufgebaut. In Kooperation mit der Stiftung Tannenhof aus Remscheid waren im "Wohnwerk" auch einige Stationen dieses Parcours zu begutachten. Da ging es darum, einen Schuh spiegelverkehrt zuzuschnüren, oder verschiedene Gerüche wahrzunehmen, die anders waren, als es das Etikett auf der Dose suggerierte. "Wir wollen den Besuchern zeigen, wie sich Demenzkranke fühlen, was in ihnen vorgeht. Koordinations- und Wahrnehmungsstörungen sind Kardinalsymptome, sowohl von Schlaganfall als auch von beginnender Demenz. Mittels des Parcours kann man zumindest eine Ahnung und damit ein größeres Verständnis dafür bekommen", sagte Prangenberg-Röntgen.

Draußen im schönen Hinterhof ging es eher sportlich zu. Eine große Hüpfburg war aufgebaut, die nicht nur von den kleinen Enkelkindern der Angehörigen genutzt wurde. "Es waren schon ein paar erwachsene Angehörige und sogar eine Bewohnerin beim Hüpfen", sagte die Leiterin. Und auch sonst nahmen die Bewohner des "Wohnwerks" den ungewohnten Trubel mehr oder weniger gelassen hin.

"Unsere Bewohner sind immer in Begleitung des Personals, das genau darauf achtet, ob es dem einen oder anderen zu viel werden könnte. Und die Führungen finden nur in Absprache mit Angehörigen und Bewohnern statt", sagte Prangenberg-Röntgen, die mit dem Zuspruch der Hückeswagener gestern Nachmittag sehr zufrieden war: "Ich hatte vor allem mit mehr Besuch am Nachmittag gerechnet, aber es war schon sehr früh sehr viel los. Das ist schön", sagte sie. WOLFGANG WEITZDÖRFER

Quelle: RP
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