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Hückeswagen
Städtepartner auch vor Traualtar vereint

Hückeswagen: Städtepartner auch vor Traualtar vereint
Eine glückliche Familie: Nadine Strombach, Marcus Paul und ihre Kinder Nele und Michel gestern nach der standesamtlichen Hochzeit im Pavillon des Schlossgartens. Kennengelernt hat sich das Paar 2008, gefunkt hat es aber erst zwei Jahre später nach dem Wipperfürther Sportlerball. FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Die Betreiber des Bauerncafés, Nadine und Marcus Paul, haben sich gestern Morgen das Ja-Wort gegeben. Es ist das erste Mal, dass jemand aus der Partnerstadt Königs Wusterhausen in Hückeswagen heiratet. Heute wird ganz groß gefeiert. Von Heike Karsten

Die Schloss-Stadt pflegt seit vielen Jahren eine freundschaftliche Verbindung zur Stadt Königs Wusterhausen in Brandenburg und setzt außerdem auf eine gute Zusammenarbeit (Shared Service) mit der Nachbarstadt Wipperfürth. Nun treffen diese Verbindungen auch vor dem Traualtar zusammen. Gestern gaben sich Marcus Paul, der 1980 in Königs Wusterhausen das Licht der Welt erblickte, und seine langjährige Partnerin und Mutter seiner beiden Kinder, Nadine Strombach aus Wipperfürth, das Ja-Wort. Es sei das erste Mal, dass jemand aus der ostdeutschen Partnerstadt in Hückeswagen heiratet, sagte Standesbeamtin Ursula Thiel, die das Paar gestern Morgen im Pavillon des Schlossgartens traute.

Dass Königs Wusterhausen Partnerstadt ist und Marcus Paul in Hückeswagen eine neue Heimat gefunden hat, ist jedoch Zufall. "Ich bin in Briesen, einem 300-Seelen-Dorf aufgewachsen", sagt der 37-jährige Bräutigam. Da Briesen kein Krankenhaus hatte, musste die Mutter ins benachbarte Königs Wusterhausen fahren, wo Marcus Paul geboren wurde. 2001 kam der gelernte Fliesenleger mit gerade mal 21 Jahren nach Hückeswagen zu Firmeninhaber Dietmar Noack (ebenfalls aus Brandenburg), der dringend neue Mitarbeiter suchte. 2008 lernte der junge Mann Nadine Strombach kennen, aber erst zwei Jahre später hat es gefunkt. "Das war auf dem Wipperfürther Sportlerball, nachdem wir zusammen nach Hause gegangen sind, weil kein Taxi zu kriegen war", erinnern sich die beiden.

Nur fünf Monate später kaufte das Paar das 150 Jahre alte Haus am Busenbacher Weg und erweckte es aus dem Dornröschenschlaf. "Am Haus und Garten war zehn Jahre lang nichts gemacht worden, die letzten fünf Jahre stand es leer, und die Deckenhöhe betrug nur 1,60 Meter", sagt Marcus Paul.

Ein Jahr lang bauten die frisch Verliebten das Haus um, gestalteten den Garten neu und schafften sich als angehende Jung-Farmer Hühner, Kaninchen und Schweine an. Die Kinder Nele (4) und Michel (2) wurden geboren. Im September vorigen Jahres machte der Brandenburger seiner Freundin einen Heiratsantrag. "Ganz romantisch, auf Knien und mit einem großen Blumenstrauß bei einem Essen in der Villa Paulus", schwärmt Nadine Strombach noch heute. So romantisch wie der Heiratsantrag soll auch die Hochzeit werden - gestern im Rosengarten und heute, Samstag, mit weißem Hochzeitskleid in der Pauluskirche. Die anschließende Feier hat Nadine Strombach komplett organisiert und dazu auf ihre Erfahrungen als Eventmanagerin bei der Lang AG in Lindlar zurückgegriffen.

Auf dem Grundstück in Busenbach steht ein weißes Festzelt mit festlich gedeckten Tischen und liebevoller Dekoration für die etwa 100 Gäste. "Am Abend werden dann die Tische und Stühle gegen Bierzeltgarnituren ausgetauscht, eine Live-Band spielt - und es wird mit 250 Gästen gefeiert", freut sich Nadine Paul auf die Polterhochzeit. Nach den vielen arbeitsreichen Jahren möchte das frisch vermählte Paar den Tag so richtig genießen. "Wir machen uns alle schick und haben selbst mal was von unserem Grundstück", fügt die Braut lachend hinzu.

Nadine Paul schätzt und liebt die unerschöpfliche Tatkraft ihres Mannes sehr. "Mit ihm bleibt kein Traum nur ein Traum. Er versucht, jede Idee direkt umzusetzen. So wird es nie langweilig", sagt die 35-Jährige. Und so soll es auch die Zukunft als Ehepaar weitergehen: ungeplant, aber mit vielen spontanen Ideen.

Quelle: RP
 
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