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Rückblende
Sternsinger-Gründer war Hückeswagener

Rückblende: Sternsinger-Gründer war Hückeswagener
Pater Paul Koppelberg im Jahr 1927 bei seiner Priesterweihe. FOTO: Archiv Mostert
Hückeswagen. Die weltweite Sternsinger-Aktion zugunsten von Not leidenden Kindern ist dem Hückeswagener Spiritaner-Pater Paul Koppelberg zu verdanken. Von Franz Mostert

Tausende von Sternsingern aus mehr als 50 Ländern tragen jährlich Millionen-Beträge zur Nothilfe in gezielten Projekten unterentwickelter Gebiete der Erde zusammen. Seit 1965 gehören auch ganze Generationen von Hückeswagener Kindern zu den Sternsingern. Sie gehen in farbenprächtiger Kleidung, gekleidet als Heilige Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, hinter den selbst gebastelten goldenen Sternen von Haus zu Haus, singen und halten für den guten Zweck die Hand auf.

Zwischen dem 3. und 6. Januar trotzten rund 60 Jungen und Mädchen in der Schloss-Stadt auch in diesem Jahr der feucht-nassen Witterung und wurden wieder reich beschenkt. Nach Aussage von Gemeindereferentin Jutta Grobe kamen 11.753,73 Euro zusammen, so viel, wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr (die BM berichtete). Auch diese Spenden gehen an zentrale Verteilerstellen, die unter dem Leitwort "Segen bringen, Segen sein" Not leidenden Kindern zugutekommen sollen - in diesem Jahr sind es Kinder in Bolivien (s. Kasten). Es war der Hückeswagener Spiritaner-Pater Paul Koppelberg, der das seit etwa 300 Jahren übliche Kurrende-Singen zur Epiphanie, der "Erscheinung des Herrn", auf seine Anregung in die inzwischen weltweit bekannte Sternsingen-Spendenaktion hin umwidmete.

Am 27. Juli 1912 wurde Koppelberg in Hückeswagen geboren. Nach den Studienjahren trat er als Ordensgeistlicher der "Gemeinschaft der Spiritaner" in das Dormagener Kloster Knechtsteden ein. Im Lehramt tätig, kam ihm die Tätigkeit als Prokurator und Ordens-Provinzial in Knechtsteden, im Offizialat in Köln und in der Ordensniederlassung Bruchweiden bei Würselen zu. 1958 übernahm Pater Koppelberg die Leitung des Päpstlichen Missionswerkes der Kinder in Deutschland mit Sitz in Aachen. Daraus wurde auf seine Initiative ein Jahr später das Sternsingen. International wurde Koppelberg als Gründer und Mitherausgeber von Missions-Magazinen und Zeitschriften bekannt. Als Protektor und Leiter der Sternsinger-Aktion blieb der Bundesverdienstkreuzträger und "Ritter vom Heiligen Grab" bis 1980 tätig.

Am 30. November 1981 starb Koppelberg und wurde auf dem Klosterfriedhof in Knechtsteden beigesetzt. Nachdem vor allem der Kirchenmusiker Hermann Josef Hacke schon 1960 zusammen mit seiner Ehefrau Elisabeth das Sternsingen in Hückeswagen mit Erfolg gefördert hatte, kam prompt Koppelbergs Einladung nach Aachen. 1975 konzertierte der inzwischen nicht mehr existierende Meisterchor Quartett-Verein Rheingold mit Hacke vor den Aachener Spiritanern.

Quelle: RP
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