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Hückeswagen
Streichquartett-Erlebnis zum Schlosskonzert-Saisonende

Hückeswagen. Das Streichquartett-Musizieren hat in den vergangenen 50 Schlosskonzert-Jahren durchgehend eine dominante Brücke zu den großen Komponisten geschlagen. So begeisterten bereits großartige Ensembles im Museumssaal, wie das "Benthien-Quartett", das beginnende "Amadeus-Quartett" oder die vier versierten Prager des "Smetana-Quartett". Von Franz Mostert

Zum Ende der Jubiläums-Saison war am Samstag das "Bergische Hardenberg-Quartett" zu Gast und ließ seine "16 Saiten" auf zwei Violinen, Bratsche und Cello erklingen. Prim-Geiger Roland Hardenberg, zugleich Namensgeber des ausgereiften Musizierens, ist Konzertmeister bei den Bergischen Symphonikern und gibt der Struktur den Impuls. Am zweiten Violinpult stand Judith Oppel. Die beiden anderen Mitglieder des Vierklangs sind in Hückeswagen nicht unbekannt: Sowohl die Ungarin Zsuzsanna Schäffer-Pénzes, mit neuerlichem Schwerpunkt Viola, als auch die solistisch und als Orchester-Violoncellistin tätige Koreanerin Ji-Eun Noh haben zeitweilig an der Musikschule unterrichtet. Beide dozieren auch an Siegburger Instituten.

Für die Zuhörer gab es einen Brückenschlag zum ersten Programm-Punkt und damit zum gebürtigen Siegburger Engelbert Humperdinck (1854-1921) und dessen einzigem Quartett-Opus C-Dur. Hardenberg gab eine kurze Werkeinführung zu den drei Sätzen von 1919 - und dann zeigte sich, mit welcher Akribie den an die Spät-Romantik anhängenden Intuitionen des Rheinländers gefolgt werden konnte.

"Eigentlich bin ich heute gekommen, um das String-Quartett von Philipp Glass zu hören", wollte ein Zuhörer beim Konzert sicher keine Präzedenz-Stellung im Programm untermauern. Aber, wenn es um geniales Zusammenwirken in diesem Endlos-Stück ohne Satzunterbrechung gehen darf, dann hat das Quartett mit diesem aufreißenden Glass-Opus "den Vogel abgeschossen". Trotz aller Gleißungen und vollendeten Gemenge-Lagen war bei dieser fast meditativen "String Quartett Nr. 5"-Wiedergabe in keiner Phase Atonalität aufzuspüren.

Für manchen mag es wohl geheißen haben: "Warten auf Mozart." Angekündigt war eines der vier Joseph Haydn zugedachten Quartette und hier das fantastische G-Dur-Werk aus dem Köchel-Verzeichnis 387. Das "Bergische Hardenberg-Quartett" blieb ganz auf den Spuren des fast unfassbar Genialen. Herausgehoben kamen strikte Sforzandi im "Menuett" an. Dieses Meisterwerk bringt die hohe "Kunst der Fuge" gleich im Doppel beim "Molto Allegro" a là Mozart zum Höhepunkt.

Begeistert hörten die Konzertgäste zum Finale eine Leos-Janácek-Zugabe aus einem retrospektivischen Zyklus.

Quelle: RP
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