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Hückeswagen
Streit unter Brüdern vor Gericht

Hückeswagen. Wer mitbekommt, dass Kinder geschlagen oder misshandelt werden, sollte aktiv werden. So ergriff eine Hückeswagener Schule die Initiative, als Anfang 2015 ein Schüler von regelmäßigen Schlägen berichtete, und zeigte den Bruder des Kindes an.

Der 24-Jährige musste sich nun vor dem Wipperfürther Amtsgerichts verantworten. Er soll seinen jüngeren Bruder mit der Hand oder Faust so fest auf die Nase geschlagen haben, dass sie blutete. "Das trifft aber nicht zu", wehrte sich der Angeklagte gegen den Vorwurf der häuslichen Gewalt. "Wie erklären Sie sich dann, dass Sie hier sitzen?", fragte der Richter. Der Auszubildende räumte daraufhin eine Auseinandersetzung ein. "Streit gibt es doch in jeder Familie, ohne dass man dafür direkt vor Gericht landet", verteidigte sich der junge Mann.

Der Richter schlug mit Verweis auf die Geringfügigkeit eine Einstellung des Verfahrens mit der Auflage einer Geldstrafe vor. Damit zeigte sich der Hückewagener jedoch nicht einverstanden. "Wofür soll ich zahlen? Ich habe doch nichts getan", beteuerte er. Mit Erfolg: Nach 20-minütiger Verhandlung wurde das Verfahren schließlich ohne Auflage und mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft auf Landeskosten eingestellt. Die Staatsanwältin begründete die Entscheidung damit, dass die Aussage des Kindes bei der Polizei nur sehr vage war.

Dennoch warnte sie den 24-Jährigen vor weiteren Handgreiflichkeiten: "Beim nächsten Mal wird es keine Einstellung geben", gab sie dem Hückeswagener mit auf den Weg.

(heka)
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