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Hückeswagen
Strom- und Gaspreise bleiben 2016 stabil

Hückeswagen. BEW-Kunden haben für dieses Jahr keine Preissteigerungen bei Strom und Gas zu befürchten. Allerdings sind auch keine Senkungen zu erwarten - trotz teilweise geringerer Einkaufskosten. Die Verbraucherzentrale kritisiert diese Preispolitik. Von Markus Plüm

Die Ökostrom-Umlage ist mit dem Jahreswechsel auf ein Rekordhoch gestiegen, die Gaspreise sind dagegen so niedrig wie schon lange nicht mehr. An den Preisen ändert sich aber zumindest für Strom- und Gas-Kunden der Bergischen Energie- und Wasser-GmbH (BEW) vorerst nichts.

Die BEW versorgt in Hückeswagen 3050 Haushalte mit Gas und 7600 mit Strom; auch in Wipperfürth, Wermelskirchen und Kürten ist die BEW tätig. Für die Kunden soll sich nach Angaben von Geschäftsführer Jens Langner zumindest in der ersten Jahreshälfte nichts ändern. "Wir halten unsere Preise trotz teilweise gestiegener Kosten konstant."

Die Kostensteigerung habe sich für das Unternehmen im Bereich der Stromversorgung ergeben. Denn in diesem Jahr beträgt die sogenannte Ökostrom-Umlage, die alle Stromkunden und Unternehmen für die Energiewende bezahlen müssen, 6,354 Cent pro Kilowattstunde. Damit ist ein neues Rekordniveau erreicht. Schuld daran sind nicht nur die starke Wind- und Solarstromproduktion, sondern auch der aktuell niedrige Börsenstrompreis. Die BEW verzichte zwar darauf, die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterzugeben, könne im Gegenzug allerdings auch keine Preissenkungen vornehmen, betont Langer. "Wir schreiben die von uns versorgten Haushalte aber aktiv an und bieten Sondertarife an", versichert der Geschäftsführer im Gespräch mit unserer Redaktion.

Genau andersherum stellt sich die Situation im Bereich der Gaspreise dar. Denn obwohl die Großhandelspreise nach Angaben des Vergleichsportals "Verivox" im vergangenen Jahr um 17 Prozent gefallen seien, käme diese Kostensenkung nicht bei den privaten Verbrauchern an. Nur rund 2,7 Prozent müssten deutsche Gaskunden im Schnitt weniger bezahlen als noch im Vorjahr. Zum 1. Januar haben nach Angaben von "Verivox" deutschlandweit 149 Energieversorger ihre Preise für Verbraucher gesenkt.

Die BEW gehört nicht dazu. Geschäftsführer Jens Langner nennt die Gründe: "Die Energiebeschaffung, also der Einkauf von Gas, ist für uns zwar ein wenig günstiger geworden, dafür haben wir seit dem Jahreswechsel aber höhere Netzentgelte zu entrichten. Daher bleiben unsere Preise für den Verbraucher auch in diesem Geschäftsbereich konstant." Eine Preissenkung sei bis zum Sommer auch nicht zu erwarten.

Für die Verbraucherzentrale sind diese Argumente hingegen nichts anderes als eine vorgeschobene Ausrede, denn ihrer Meinung nach würden sich die Versorger nur hinter den Netzentgelten verstecken, um vom eigentlichen Problem abzulenken: der Gewinnmaximierung. Sie rät dazu, grundsätzlich keine Verträge mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr abzuschließen. Doch genau ein solches Angebot machte die BEW ihren Kunden nach eigenen Angaben noch vor Jahresfrist. "Wir haben eine Weihnachtsaktion gehabt und unseren Kunden Verträge mit einer Laufzeit von ein bis zwei Jahren angeboten. Diese enthalten dafür allerdings auch niedrigere Konditionen", berichtet Langner.

Quelle: RP
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