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Hückeswagen
Strompreis bleibt 2017 stabil

Hückeswagen: Strompreis bleibt 2017 stabil
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Hückeswagen. Trotz steigender Umlage und Netzentgelte hält die BEW die Kosten für Verbraucher auf dem derzeitigen Niveau. Von Henning Rasche

Auf die Stromkunden der Bergischen Energie- und Wasser-GmbH (BEW) kommen im nächsten Jahr keine höheren Belastungen zu. Der Strompreis wird 2017 nicht erhöht und bleibt somit stabil, versichert Jens Langner, BEW-Geschäftsführer, auf Anfrage unserer Redaktion. Damit tritt der Energieanbieter der aktuellen Entwicklung entgegen, denn im ganzen Land erhöhen viele Unternehmen die Preise. Hintergrund ist, dass die staatliche EEG-Umlage zur Finanzierung der Energiewende von derzeit 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde steigt. Auch die Netzentgelte für die BEW erhöhen sich im kommenden Geschäftsjahr.

Dass die Kunden in Hückeswagen, Wermelskirchen und Wipperfürth gleichwohl nicht mehr zahlen müssen, liegt an der Entwicklung an den Börsen. "Strom ist an den Handelsplätzen insgesamt günstiger geworden, wir kaufen zu einem niedrigeren Preis ein", erläutert Jens Langner. Davon profitierten nun die Kunden. "Das reicht, um die Mehrkosten der staatlichen Umlagen und Abgaben aufzufangen", versichert er.

Der Strompreis, den Haushaltskunden zahlen, ist zu etwa drei Vierteln staatlich reguliert. Die Hälfte des Preises entfällt auf staatlich veranlasste Umlagen und Abgaben zur Finanzierung der Energiewende und auf Steuern. Rund ein Viertel des Strompreises machen die Netzentgelte aus, bei denen es indes zahlreiche regionale Unterschiede gibt. So sind die Netzentgelte in ländlichen Regionen höher als in dichter besiedelten Gebieten. "Das verbliebene Viertel des Strompreises können wir als Energieversorger bedingt beeinflussen. Das sind Kosten für Beschaffung und Vertrieb", erläutert der BEW-Geschäftsführer. Insgesamt ist der Strom heute um etwa zwei Drittel teurer als 1998. In den vergangenen zehn Jahren ist der durchschnittliche Strompreis für Haushaltskunden um 59 Prozent gestiegen, wie ein aktueller Bericht der Bundesnetzagentur zeigt.

Die Umlage aus dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) soll die Verbraucher an der Realisierung der Energiewende beteiligen. Ziel ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien im Stromnetz stetig und konstant zu vergrößern. Bei den Gesamtstromlieferungen der BEW beträgt der Anteil an Kernenergie nach Auskunft des Unternehmens derzeit 5,5 Prozent, Kohle 19,1 Prozent, Erdgas 2,9 Prozent und 0,8 andere fossile Energieträger. Der Anteil der erneuerbaren Energien, die nach dem EEG gefördert werden, liegt bei 37,7 Prozent, alle anderen erneuerbaren Energien nehmen 34 Prozent ein. Damit liegt die BEW auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau im Vergleich zum Bundesmix. "Strom aus erneuerbaren Quellen dient dem Klimaschutz, die wichtigste Voraussetzung für unsere künftige Lebensqualität", betont BEW-Chef Langner. Sein Unternehmen bietet mit dem "BEW green"-Tarif auch ein Grünstromangebot, das den Anforderungen von Greenpeace Energy genügt, wie der bergische Energieversorger mitteilt. Wie es allerdings zukünftig mit dem Strompreis weitergehe, kann Langner noch nicht absehen. Der Entwicklung der staatlichen Regulierung könne sich die BEW nicht entziehen.

Mit Blick auf den Gaspreis ist Langner noch vorsichtig. Seine Prognose lautet allerdings, dass dieser eher sinken werde.

Quelle: RP
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