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Hückeswagen
"Tag der Wiederbelebung" in Wipperfürth

Hückeswagen. Es kann jeden treffen, immer und überall: Ein Herzstillstand ist lebensbedrohlich, mehr als 10.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland am sogenannten Plötzlichen Herztod. Doch in vielen Fällen kann eine Erste Hilfe von Freunden, Kollegen oder auch zufällig vorbeikommenden Passanten Leben retten.

"Die Reanimation ist einfacher als viele denken", sagt Dr. Carsten Eisberg, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin an der Helios-Klinik in Wipperfürth. Um Hemmschwellen abzubauen, bieten Eisberg und sein Team gemeinsam mit dem "Notfalltraining Bergisch Land" wieder zur "Woche der Wiederbelebung" eine Aktion unter dem Motto "Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation" an. Am Freitag, 23. September, 8 bis 13 Uhr, können alle Interessierten an kostenfreien Reanimationstrainings auf dem Wipperfürther Marktplatz teilnehmen. Statistiken zeigen, dass bundesweit nur in 30 Prozent der Fälle eines Herzstillstandes Laien-Ersthelfer die Reanimation beginnen, "für Betroffene aber entscheiden die ersten Minuten oft über mögliche Folgeschäden oder im schlimmsten Fall über Leben und Tod", sagt Eisberg. Diese Quote soll nun steigen. Unter dem Motto "Prüfen - Rufen - Drücken" können sich Marktbesucher die wesentlichen Eckpunkte erklären lassen und diese an der Demonstrationspuppe direkt einüben.

Beim "Basic Life Support" geht es darum, im Falle des Falles zu prüfen, ob die Person ansprechbar ist. Atmet sie nicht normal oder gar nicht, ist das Leben akut in Gefahr; dann den Notruf anzurufen oder eine andere Person nachdrücklich aufzufordern, dies zu übernehmen und zu drücken: Damit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes keine wertvolle Zeit ungenutzt verstreicht, muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden, um den lebenswichtigen Blutkreislauf aufrecht zu erhalten. Dazu 100 bis 120 Mal pro Minute in der Mitte des Brustbeins tief drücken. Die Überlebenschance wird dadurch verdreifacht.

"In unserem Berufsalltag merken wir immer wieder den großen Bedarf an Schulungen", sagt Markus Prinz. Für ihn und seine Mitstreiter des "Notfalltraining Bergisch Land" sind Erste Hilfe-Schulungen eine Herzensangelegenheit. "Nach Jahren im Rettungsdienst sieht man eben auch die Auswirkungen einer nicht erfolgten Reanimation", sagt Prinz.

Auch die Helios-Klinik nimmt ihre Verantwortung als Arbeitgeber ernst und schult ihre Mitarbeiter seit mehreren Jahren einmal jährlich. "Unsere Mitarbeiter gerade auch aus den nicht-medizinischen Bereichen nutzen gerne die Chance, ihre Kenntnisse aufzufrischen und das lebenswichtige Thema wieder aufzugreifen", sagt Klinikgeschäftsführerin Daniela Levy. So werden die Mitarbeiter in die Lage versetzt, Betroffenen in lebensgefährlichen Situationen helfen zu können - egal ob in der Klinik oder auch in der Freizeit.

Fr. 23. September, 8 bis 13 Uhr, Wipperfürther Marktplatz.

(rue)
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