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Ehrenamt Kolping-Jugend
Tausche Altpapier gegen Geld

Ehrenamt Kolping-Jugend: Tausche Altpapier gegen Geld
Viel Spaß bei der Altpapiersammlung der Kolpingjugend (vorne, v. l.): Linus Karthaus, Malte Breidenbach, Sophie Dirschka, (hinten, v. l.) Christoph Steiner, Antonia Pohl und Carsten Klintworth im Einsatz im Brunsbachtal. FOTO: wolfgang weitzdörfer
Hückeswagen. Die Ehrenamtler sind in Hückeswagen zu unverzichtbaren Partnern geworden, ohne die mitunter nichts oder nur wenig geht. Unsere Redaktion stellt jetzt einige exemplarisch für viele vor. Den Auftakt machen heute die Mitglieder der Kolpingjugend. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es ist ein strahlender Samstagmorgen im Oktober. Die Sonne scheint, es ist nicht zu kühl. Glück gehabt, werden sich die Kinder und Jugendlichen der Kolpingjugend schon früher an diesem Morgen gedacht haben. Denn heute ist wieder die Altpapiersammlung im Brunsbachtal. Und die macht natürlich bedeutend mehr Spaß, wenn es nicht Hunde und Katzen regnet. "Wir sind aber ganzjährig hier, an jedem zweiten Samstag im Monat", sagt Carsten Klintworth.

Der 27-Jährige bildet zusammen mit Katharina Mehnert und Hannah Breidenbach den Vorstand der Kolpingjugend. "Wir haben etwa 40 Mitglieder in der Jugendabteilung, davon sind etwa 15 bis 20 Kinder und Jugendliche aktiv in den Gruppenstunden dabei", sagt Klintworth. Die Altpapiersammlung gibt es schon seit mehr als 20 Jahren, vor der Kolping- hatte sie die katholische Jugend organisiert. Und abgesehen von den drei Terminen, die die Kolpingjugend an die Feuerwehrjugend abgetreten hat, ist der Kolping-Nachwuchs einmal im Monat zur Stelle und lädt aus den teils im Minutentakt eintrudelnden Autos mal mehr, mal weniger Altpapier aus, um es in die beiden großen BAV-Container zu werfen.

"Die werden schon am Freitagabend hier aufgestellt und bleiben bis zum Montagmorgen stehen", sagt Klintworth. Seit 2009 ist der Standort im Brunsbachtal - zuvor standen die Container an der Alten Ladestraße. Auf dem Parkplatz sieht es dann, natürlich vor allem bei schönem Wetter, immer wie eine kleine und spontane Party aus: Klappstühle stehen da, aus einem Radio dudelt Musik, und es riecht nach Kaffee und Brötchen. Der ehrenamtliche Einsatz der Kolpingjugend lohnt sich: "Wir bekommen pro Tonne Altpapier einen bestimmten Betrag, der dann in die Kasse für die Jugendarbeit fließt", berichtet Klintworth.

In der Regel seien das zwischen 200 und 300 Euro. "Das hängt immer davon ab, wie viel los ist." Jetzt, im Oktober, sei es mehr als üblich. Allerdings sei auch ein Sprung von sechs Wochen zwischen zwei Terminen gewesen, wie Klintworth sagt: "Wegen des Altstadtfests ist die September-Sammlung eine Woche früher gewesen. Außerdem ist der zweite Samstag im Oktober erst am 14." Da habe sich also in so manchem Haushalt einiges an Papier angesammelt.

Dass die Kolpingjugend ehrenamtlich Altpapier sammelt, hat sich auch über die Stadtgrenzen Hückeswagens herumgesprochen, wie ohnehin der Termin für viele Bürger fest dazugehört: "Wir haben schon Stammkunden, die wir jeden Monat sehen - und das, obwohl doch hier in der Stadt die Papiertonne kostenfrei ist. Aber es kommen auch viele aus Rade oder Wipperfürth und bringen uns ihr Papier", sagt der 27-Jährige, der in Iserlohn Maschinenbau studiert.

"Ich wollte wegen der Kolpingarbeit hier in der Nähe bleiben", sagt er zu seiner Studienortswahl. Das bei den Sammlungen erwirtschaftete Geld fließt direkt in die Jugendarbeit: "Damit finanzieren wir Ausflüge oder das Johannisfeuer. Auch die Materialien, die wir mal in den Gruppenstunden brauchen, bezahlen wir davon", erläutert Klintworth. So geht es einmal im Jahr mit Übernachtung in einen der zahlreichen Freizeitparks - etwa nach Tripsdrill in Baden-Württemberg oder in den Heidepark Soltau.

Und lustig geht's beim Papiersammeln auch manchmal zu - wenn etwa kuriose Sachen in die Sammlung kommen: "Einmal hat jemand riesige Pappaufsteller gebracht, ich glaube von Politikern. Eine Frau hat vergessen, dass in einer der großen Kisten, die sie vorbeibrachte, noch ein zerlegtes Fahrrad war - das war ihr richtig peinlich", sagt Klintworth schmunzelnd. Aber auch nach Haushaltsauflösungen komme mitunter seltsamer Papiermüll in den Container: "Aus einem ehemaligen Geschäft von der Marktstraße wurden sehr alte Kaffeeverpackungen gebracht - in großen Mengen.

Da hebt man sich schon mal zumindest eine auf, weil man das so ja nicht mehr wirklich zu sehen bekommt", erzählt der 27-Jährige.

Quelle: RP
 
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