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Hückeswagen
Taxifahrer-Mord vor dem Landgericht Köln

Hückeswagen. Mord aus Heimtücke wirft die Staatsanwaltschaft einem heute 23-Jährigen aus Much vor, der am 16. August vorigen Jahres auf dem Wipperfürther Marktplatz einen Taxifahrer erstochen hatte. Seine Flucht endete tags drauf in Hückeswagen.

Er hätte einfach wegrennen können, als er aus einer Bank-Filiale am Wipperfürther Marktplatz gekommen war. Das jedenfalls sagte die Witwe des getöteten Taxifahrers jetzt zum Auftakt des Prozesses gegen den jungen Mann aus Much (Rhein-Sieg-Kreis) aus, der sich vor dem Kölner Landgericht verantworten muss. Doch stattdessen tat er etwas Grauenvolles: Völlig unvorhersehbar für den 63-jährigen Taxifahrer, der seinen Fahrgast am Abend des 16. August von Much nach Wipperfürth gefahren hatte, zog der damals 22-Jährige ein Küchenmesser mit einer 15 Zentimeter langen Klinge aus der Jacke und stach 20 Mal in Kopf, Hals, Gesicht und Körper des Taxifahrers.

Obwohl er noch um Hilfe schreien konnte und viele Gäste aus den Kneipen am Marktplatz umgehend Erste Hilfe leisteten, erlag der 63-Jährige in der Nacht im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der Verdächtige war nach der Tat geflüchtet und am nächsten Tag in Hückeswagen von der Polizei verhaftet worden. Er wollte hier offenbar bei seiner Großmutter Unterschlupf finden.

Wie die in Wipperfürth erscheinende Bergische Landeszeitung berichtet, geht der Staatsanwalt von einem Mord aus Heimtücke aus. Allerdings sei der Angeklagte bei der Tat vermindert schuldfähig gewesen, weil er an einer "bipolaren Störung mit depressiven Phasen und einer Persönlichkeitsstörung" leide.

Der Fahrgast hatte kein Geld dabei und wollte die Fahrt offenbar mit der Scheckkarte bezahlen, was aber nicht möglich war. In einer Bank am Marktplatz der Nachbarstadt Wipperfürth hatte der junge Mann dann vergeblich versucht, Geld abzuheben, woraufhin der 63-Jährige ihn zu einer Tankstelle mit Geldautomat oder zur Polizei fahren wollte. Doch plötzlich habe der 22-Jährige auf den Fahrer eingestochen, warf ihm der Staatsanwalt vor. Diesem Angriff habe er nicht entgehen können.

Der Angeklagte, der zurzeit in der forensischen Psychiatrie in Essen untergebracht ist, will sich nach Aussage seiner Verteidigerin am nächsten Verhandlungstag zu den Vorwürfen äußern.

Der Prozess wird am 24. Mai fortgesetzt. Das Urteil wird für Anfang Juni erwartet.

(BM)
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