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Hückeswagen
THW setzt auf seinen Nachwuchs

Hückeswagen. Das Aus der Wehrpflicht 2011 hat auch der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) zu spüren bekommen. Denn die Zahl der Helfer ist zurückgegangen. Allerdings sind gerade einige Junghelfer in den aktiven Dienst nachgerückt. Von Stephan Büllesbach

Anna Pier ist zufrieden. Die Jugendbetreuerin des THW-Ortsverbands ist froh, dass in den vorigen Jahren viele 18- bis 21-Jährige in die Erwachsenengruppe gewechselt sind. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, hören doch gerade viele junge Erwachsene beim Eintritt von der Jugendabteilung in den aktiven Dienst auf. In Hückeswagen war das jedoch nicht der Fall: "Wir haben viele motivierte junge Leute", versichert Anna Pier.

Die Struktur des Technischen Hilfswerks ist weltweit einmalig: Als Bundesanstalt gehört das THW organisatorisch zum Geschäftsbereich des Innenministers, aber nur ein Prozent der Mitarbeiter ist hauptamtlich für die Behörde tätig. In rund 670 Ortsverbänden engagieren sich bundesweit mehr als 83.000 ehrenamtliche Helfer in ihrer Freizeit, um Menschen in Not zu helfen. Im Ortsverband Hückeswagen sind 50 Ehrenamtler aktiv -24 Helfer für die Fachgruppe Elektroversorgung, den Zug- und den Bergungstrupp (darunter sind vier Frauen), 16 Junghelfer im Alter bis 17 Jahren sowie sechs Minis. Die Minigruppe ist für Sechs- bis Zehnjährige offen, "unsere Minis sind aber alle sieben Jahre alt", erzählt die Jugendbetreuerin lachend.

Die Kleinsten im THW werden erst noch spielerisch an die zukünftigen Aufgaben eines Helfers herangeführt. An einem Samstag im Monat, von 14 bis 17 Uhr, trifft sich der Nachwuchs in der Unterkunft an der Bockhackerstraße zum Basteln und Spielen; auch die Einsatzfahrzeuge werden dann schonmal ausgiebig begutachtet. Und sie lassen sich gerne zu Übungszwecken von den älteren Junghelfern "retten". Der nächste "Dienst" ist für den 19. März vorgesehen.

Am gleichen Tag, allerdings von 10 bis 17 Uhr, kommen dort auch die Jugendhelfer zusammen. Sie treffen sich in der Regel alle zwei Wochen. Die meisten von ihnen sind 13 Jahre und älter. Sie erhalten bereits eine technische Ausbildung. So lernen die Jugendlichen, was zu tun ist bei Hochwasser oder Erdbeben, wie ein Verkehrsunfall abgesichert oder eine Einsatzstelle ausgeleuchtet wird. Auch machen sie einen Erste-Hilfe-Kursus. Wer mag, kann auch das Leistungsabzeichen ablegen, das Pendant zur "Jugendflamme" des Feuerwehr-Nachwuchses. Das bronzene Abzeichen legen Jugendliche im Alter von zwölf Jahren ab, die mindestens ein Jahr Mitglied des THW sind, für das silberne muss man mindestens 14 sein und einen Helferschein haben, und für das goldene ist zusätzlich die Teilnahme an einem sozialen Projekt vonnöten. Das kann dann zusammen mit der Grundausbildungsprüfung abgelegt werden. Die Teilnahme beim Leistungsabzeichen ist jedoch freiwilliger Natur.

Zu Katastropheneinsätzen wurden die Helfer des Hückeswagener THW in jüngster Zeit nicht abgeordnet. Wohl aber haben sie die Auswirkungen der Flüchtlingskrise zu spüren bekommen. Hatten sie doch im September und Oktober dabei geholfen, Flüchtlingsunterkünfte in Gummersbach-Dieringhausen, Wermelskirchen-Dabringhausen und bei Siegen einzurichten.

Im Großen und Ganzen könne beim Ortsverband derzeit gut gearbeitet werden, versichert Anna Pier. Das liegt auch an den jüngsten Übertritten vieler Junghelfer in den aktiven Dienst. Allerdings gebe es einen personellen Engpass bei der Elektrofachgruppe. "Wer Vorkenntnisse hat, ist jederzeit bei uns sehr willkommen", wirbt die Jugendbetreuerin um Unterstützer.

Zudem freut sie sich, dass der Ortsverband Hückeswagen eine neue Köchin hat. Die Mutter eines Helfers versorgt die erwachsenen THW-Helfer freitags bei deren Diensten - der technische Dienst geht von 18.30 bis 21.30 Uhr, die Ausbildung dauert eine Stunde länger. ov-hueckeswagen.ov-cms.thw.de

Quelle: RP
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