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Hückeswagen
Tiefsinniges Konzert mit Sefora Nelson

Hückeswagen. Die Liedermacherin Sefora Nelson hat bei ihrem Benefizkonzert am Samstagabend im Begegnungszentrum der Gefährdetenhilfe Scheideweg mit ihren Liedern viele Herzen berührt und auf musikalischem Weg Hoffnung verbreitet. Von Heike Karsten

Schon mit den ersten gesungenen Tönen und einer amüsanten Anekdote aus dem Leben schaffte es Sefora Nelson, das Publikum mit ihrem Charme und ihrer eindrucksvollen Stimme in ihren Bann zu ziehen. Bei ihrem Konzert am Samstagabend im Begegnungszentrum der Gefährdetenhilfe Scheideweg zauberte sie den Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht und ließ bei ihnen teilweise auch Tränen der Rührung fließen. "Die Lieder gehen mir immer unter die Haut, und der Inhalt berührt mich sehr", sagte Zuschauerin Deshire Schmidt aus Lohmar-Dahlhaus, die mit einer Freundin aus Heilbronn die Künstlerin live erleben wollte.

Zirka 180 weitere Zuschauer dachten ebenso und kamen ins komplett ausverkaufte Begegnungszentrum in Unterscheidweg. "Mit so viel Zuspruch haben wir gar nicht gerechnet", sagte Martin Kielbassa vom Vereinsvorstand. Ein gelungener Abend, der nur dadurch zustande kam, weil Sefora Nelson nach einem Auftritt in einem von der Gefährdetenhilfe betreuten Gefängnisse fragte. "Das war jedoch zu kurzfristig, daher gibt sie heute ein Benefizkonzert zugunsten der Gefährdenhilfe", sagte Bernd Sieper vom Leitungsteam bei der Begrüßung.

Die Sängerin hat viele Talente, die sie gekonnt einzusetzen vermag. Sie stammt aus einer italienisch-deutschen Familie und studierte Gesang und Theologie in Chicago und Frankreich. Ihre Lieder, bei denen sie sich selbst am Flügel begleitet, stammen aus ihrem Leben - einem Leben mit Gott. Ihre tiefgründigen Texte handeln von der Botschaft, von Gott als Hirte, von tiefen Tälern und Dunkelheit, von Freude und Hoffnung. "Gott hat eine Brücke geschlagen zu uns, denn er ist groß, unantastbar und heilig, aber nicht automatisch unser Hirte, nur weil wir seine ,Schäfle sin'", erzählte die Sängerin in charmantem schwäbischem Dialekt.

Die einjährige Zwangspause, als ihre Stimmbänder nach sechs Jahren "Vollgas" versagten, stürzten auch die Liedermacherin in ein tiefes Tal. "Ich habe viel geweint, weil ich liebe, was ich mache", berichtete sie. Dennoch habe sie sich darauf eingelassen, "zusammen mit meinem Hirten", wie sie betonte. Die Intensität der Lieder wurde durch die gefühlvolle Begleitung von Adelheid Abt an der Violine und Renate Busse am Cello noch verstärkt. Davon ließen sich nicht nur Konzertbesucher, sondern bereits viele Patienten von Suchtkliniken und Hospizen sowie Insassen von Strafanstalten berühren.

"Die Lieder passen sehr gut zur Gefängnisarbeit, denn die Inhalte erreichen die Sinne der Gefangenen", äußerte sich Martin Kielwasser überzeugt. Dieser Ansicht waren auch die Leiter der JVA Köln, Angela Wotzlaw und Wolfgang Schriever, die zum Konzert eingeladen waren. "Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kontaktgruppen, die die Gefangenen während der Haft besuchen, haben einen ganz anderen Zugang zu den Häftlingen, als wir ihn finden können", sagte Angela Wotzlaff. Vom Konzert war auch sie begeistert: "Sefora Nelson hat eine wunderschöne Stimme, und das Arrangement mit den Streichern passt sehr gut."

Sefora Nelson spielte ihr abendliches Konzert nicht nach einer fixen Programmliste, sondern ließ sich auf der Bühne von ihren Gefühlen leiten. "Das ist ein Wohnzimmerkonzert exklusiv", sagte sie lachend.

Quelle: RP
 
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