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Hückeswagen
Tierschutzorganisation Peta greift in Diskussion um Hundesteuer ein

Hückeswagen. Die Schloss-Stadt und Peta Deutschland haben eigentlich keine Berührungspunkte - könnte man jedenfalls meinen. Jetzt meldete sich die Tierschutzorganisation jedoch in Sachen "Hundesteuer" zu Wort, weil die Stadt diese ab 2016 erhöhen wird.

Peta appelliert an den Bürgermeister, "dem Vorbild anderer Kommunen zu folgen und mit den anstehenden Neuerungen eine dauerhafte Steuervergünstigung für aus dem Tierschutz aufgenommene Hunde einzuführen". Mit diesem Schritt würde die Stadt Tierfreunde ermutigen, Vierbeiner zu adoptieren, statt von einem Züchter zu kaufen. Somit würde "diese verantwortungsvolle Entscheidung" langfristig honoriert. Mit einem ermäßigten Steuersatz für adoptierte Tiere könnte Hückeswagen darüber hinaus langfristig Kosten sparen: "Je mehr Hunde aus dem Tierschutz aufgenommen werden, desto weniger muss die Kommune ihrer gesetzlichen Plicht nachkommen, für eine tiergerechte Unterbringung und Versorgung ausgesetzter Tiere zu sorgen", heißt es in einer Pressemitteilung. Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei Peta: "Die Aufnahme eines Hundes aus dem Tierschutz sollte mit einer dauerhaft ermäßigten Steuer belohnt werden."

Die deutschen Tierheime seien überfüllt, berichtet Peta: Jedes Jahr würden schätzungsweise 80.000 Hunde ausgesetzt oder in Tierheimen abgegeben. Zahlreiche deutsche Kommunen hätten bereits Steuervergünstigungen für adoptierte Hunde eingeführt, um die Vermittlung von heimatlosen Hunden zu fördern. Von einer reduzierten Hundesteuer für Vierbeiner aus dem Tierschutz profitierten letztlich auch die Stadt und die Steuerzahler, argumentiert Peta.

Stadtkämmerin Isabel Bever, die selbst einen Hund aus dem Tierheim aufgenommen hat, sagte auf Anfrage der BM: "Dieses Thema sollte nicht auf kommunaler Ebene platziert werden." Sinnvoller sei es, dass die Tierschützer ihren Einfluss über die Landes- und Bundespolitik geltend machten. Kommunen in der Haushaltssicherung bzw. mit Haushaltssanierungsplänen, wie Hückeswagen, seien hier diejenigen, die am wenigsten flexibel sein könnten und so die schlechtesten Ansprechpartner darstellten.

Ihr liegt ein entsprechendes Schreiben von Peta vor, worauf sie antworten werde. Ein Telefonat mit Dörte Röhl ergab, "dass man dort auch die hiesige Argumentation nachvollziehen kann und das Ansinnen und die Ziele des Tierschutzes auch auf anderer Ebene platzieren will".

(büba)
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