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Serie Mit Dem Fahrrad In Den Frühling
Tour auf den Spuren des Werkzeugs

Hückeswagen. In unserer Serie geben wir auch Tourentipps. Knapp vier Kilometer lang ist die "Trasse des Werkzeugs". Sie führt vom Remscheider Hauptbahnhof bis nach Hasten. Ein Besuch im Deutschen Werkzeugmuseum rundet die kurze, aber informative Tour ab. Von Wolfgang Weitzdörfer

Remscheid Sie ist kurz, sie ist rustikal, aber sie bietet auch einen spannenden Einblick in das, was eine Arbeiter- und Industriestadt wie Remscheid ausmacht. Sie war seit der Epoche der Industrialisierung lange Zeit eine Hauptstadt der Werkzeuge und der Maschinen. Entsprechend viele Relikte aus diesen Jahren gibt es noch zu entdecken, sei es zu Fuß, im Museum - oder eben auch auf dem Fahrrad. Beispielsweise auf der "Trasse des Werkzeugs", die zur Regionale 2006 auf der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Vieringhausen und Hasten eröffnet wurde. Die Strecke war vor allem für den industriellen Güterverkehr wichtig. Der Personenverkehr wurde bereits 1922 stillgelegt, 1984 rollten die letzten Güterzüge, 1990 war das Ende der Nebenstrecke endgültig besiegelt. Heute kann man auf ihr, entweder zu Fuß oder per Fahrrad, ein Stück Industriekultur nacherleben.

Natürlich kann man die "Werkzeugtrasse", wie sie im Volksmund auch genannt wird, in beide Richtungen befahren. Allerdings befinden sich am Hauptbahnhof einfach mehr Parkplätze. Zudem wird dieser Bahnhof vom "Müngstener" von Solingen und Wuppertal her angefahren, so dass man sich auch als Auswärtiger schnell und unkompliziert auf die Spuren des Werkzeugs begeben kann.

Los geht es am Hauptbahnhof, von dem man an der Papenberger Straße auf die "Trasse des Werkzeugs" abbiegt. Dort kann man schon die ersten Eindrücke von Industriekultur bekommen. Gerade Remscheid, bis heute ein Zentrum der Metall verarbeitenden Industrie, bietet davon ein eindrucksvolles Zeugnis: Links und rechts der Trasse erheben sich Zäune, in der Alexanderstraße, gleich beim Alexanderwerk, sieht man die nüchternen und funktionellen Wohnbauten, bei deren Planung und Bau schlichte Schönheit wohl eher sekundär gewesen ist.

Informationen über die industriegeschichtlichen Hintergründe, denn das ist ein weiterer Sinn der "Werkzeugtrasse", finden sich unterwegs an verschiedenen Stellen auf Tafeln, die an Mauern angebracht sind. Weitere Hinweise, etwa die Entfernung zu den nächsten Sehenswürdigkeiten oder Ruhestätten, sind praktischerweise im Asphalt eingelassen. Besonders interessant sind dabei die zahlreichen rostig-metallenen Hinweisschilder, auf denen vielfältige Hintergründe zu erfahren sind. Es gibt auf der "Trasse des Werkzeugs" fünf sogenannte Ereignisflächen, die vom Erlebnis und Spielen auf dem Werkzeugspielplatz in Hasten bis zur Erholung im Bürgerpark an der Kremenholler Straße allerhand Abwechslung bieten.

Aber nicht nur enge Häuserschluchten mit Relikten aus dem in Remscheid längst vergangenen Industriehochzeitalter können Radler auf der "Werkzeugtrasse" entdecken. Auch der weite Fernblick ins Bergische Land, etwa in Richtung Solingen oder kurz vor dem Ziel, dem Ortsteil Hasten, lädt zum kurzen Verweilen ein. Die Strecke ist insgesamt langsam abfallend, man sollte also für den Rückweg einplanen, dass es dann bergauf geht.

So handelt es sich bei der "Werkzeugtrasse" um einen kleinen, aber feinen Radwanderweg, auf dem Radler sich nicht verausgaben, dafür aber zum genauen Hinschauen eingeladen werden. Denn gerade wer die Industriekultur als Teil der lokalen Geschichte betrachtet, muss nicht immer die "großen" Ziele wie die Kohlenzechen im Ruhrgebiet anfahren. Mitunter findet sich Sehenswertes auch vor der Haustür. Dazu passt ein Besuch im Deutschen Werkzeugmuseum an der Cleffstraße im Anschluss an die Fahrt auf der "Werkzeugtrasse".

Quelle: RP
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