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Hückeswagen
Trödler sollen die Lücken in Altstadt füllen

Hückeswagen. Die teils harsche Kritik zum enttäuschenden 40. Altstadtfest im vorigen Jahr hat sich die Stadtverwaltung zu Herzen genommen: Sie will nun wieder für mehr Atmosphäre im Festbereich sorgen - und setzt dabei vor allem auf Privattrödler. Von Stephan Büllesbach

Es war bunt, und wegen der 70er-Jahre-Kostümierung und -Dekoration war es zum Teil auch ziemlich schräg. Dennoch ging das 40. Altstadtfest als eines der enttäuschendsten in die Stadtgeschichte ein. Das lag nicht nur an dem Regenwetter, auch die Verantwortlichen im Rathaus hatten sich viel Kritik anhören müssen.

Bemängelt worden war die Vorverlegung auf das erste September-Wochenende (wegen der Landratswahl am zweiten September-Sonntag). "Und es hat teilweise große Lücken im Festbereich gegeben; das kennt man so eigentlich gar nicht", hatte Stadtmarketing-Geschäftsführerin Monika Winter nach dem Altstadtfest den Kritikern Recht gegeben. Vielen Besuchern fehlte es zudem an Tradition und Ursprünglichkeit.

Der Kritik, dass das Altstadtfest nicht mehr den Charme früherer Jahre ausstrahle, haben sich die Organisatoren angenommen. "Am Wetter können wir nichts ändern", sagte Bürgermeister Dietmar Persian gestern in einem Pressegespräch. Wohl aber werde das Traditionsfest in diesem Jahr wieder wie gewohnt am zweiten September-Wochenende gefeiert: am 10. und 11. September. Was sich im Übrigen kommendes Jahr wieder ändern könnte, steht dann doch die Bundestagswahl an. "Wir hoffen, dass sie nicht auf den zweiten September-Sonntag 2017 gelegt wird", sagte Persian. "Dann müssten wir uns etwas einfallen lassen."

Damit das Altstadtfest aber wieder "das Fest aller Hückeswagener für alle Hückeswagener und Gäste aus der Region wird" (Persian), soll es vor allem den Lückenschluss auf dem Festgelände geben. So schwebt der Stadtverwaltung vor, wieder mehr private Trödler auf die Island- und Marktstraße zu locken. Als Anreiz bietet sie eine gebührenfreie Teilnahme an - "dafür müssen sie sich aber anmelden", stellte Monika Winter klar (siehe Infokasten). Bislang mussten Privattrödler auf der Markt- und der Islandstraße Standgebühren zahlen. Lediglich die Trödler vom Goethetal durften ihre Ware kostenfrei anbieten. Das wird im September jedoch nicht mehr möglich sein, denn dort dürfen dann keine Stände mehr aufgebaut werden. "Wir möchten die Erwachsenen und Kinder einladen, wieder in den Festbereich zu kommen", betonte Persian. "Sie sollen ins Fest integriert werden, wo sie hingehören", unterstrich Winter.

Kinder, die nur eine Decke ausbreiten, brauchen sich nicht anzumelden. "Wir versuchen, den Wilhelmplatz wieder für einen Kindertrödel anzubieten", sagte sie. Das alles soll dazu beitragen, dass der Festbereich zwischen Bahnhofstraße und Schlosshof wieder durchgehend belegt ist (abgesehen von den freien Passagen, die das Sicherheitskonzept vorschreibt).

Damit das Altstadtfest noch mehr an Attraktivität gewinnt, lädt die Stadt alle Hückeswagener für Montag, 6. Juni, zu einem Treffen in den großen Sitzungssaal im Schloss ein. Ab 17 Uhr sollen Ideen und Vorschläge gemacht werden. Verwaltung und Politik ist der "Treffpunkt" immens wichtig - trotz angespannter Haushaltslage hat der Rat den freiwilligen Zuschuss genehmigt: Etwa 35.000 Euro (abzüglich der Standgebühren) kostet das Altstadtfest die Stadt, wovon Sicherheitsdienst, Sanitäter, Toilettenwagen, Müllcontainer, Bauhof und Musikgruppen bezahlt werden.

Quelle: RP
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