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Hückeswagen
Tunnel wird letztmals gesperrt

Hückeswagen: Tunnel wird letztmals gesperrt
Die 20 Steine (links) werden nicht etwa gebraucht, um den Höhsieper Tunnel abzusperren, sondern es handelt sich um Brückenpfeiler-Steine, die bald wieder vor und hinter dem Tunnel eingesetzt werden. FOTO: Hans Dörner
Hückeswagen. Ab 1. Oktober schließt die Stadt den Höhsieper Tunnel, damit die dort überwinternden Fledermäuse ungestört sind. Ab dem Frühjahr 2012 soll der hindurch führende neue Radweg ganzjährig offen bleiben. Von Georg Amend

20 schwere Steine, zwischen 90 mal 45 und 120 mal 60 Zentimeter groß, liegen links neben dem Höhsieper Tunnel. So massiv sie auch sind – verschließen könnte man das als "Fledermaus-Tunnel" berühmt gewordene Bauwerk damit nicht. "Das sind nur die Steine von Brückenpfeilern", erklärt der stellvertretende Bauamtsleiter Michael Henseler. "Die waren woanders gelagert und wurden jetzt zurück gebracht, um in den nächsten Tagen wieder eingesetzt zu werden."

Das sind quasi die Vorarbeiten für die tatsächliche Schließung des Höhsieper Tunnels, die ab 1. Oktober bis ins Frühjahr 2012 nötig wird – den Fledermäusen sei Dank. Denn nach einem Gutachten steht seit Juni fest, dass eine Population von insgesamt etwa 18 der fliegenden Säugetiere dort überwintert. Die Dunkelheit, der Schutz durch die Steinwände und die durch tropfendes kalkhaltiges Wasser vorherrschende Feuchtigkeit sind ideal für die Fledermäuse. Damit sie in ihrem Winterschlaf nicht von Radfahrern gestört werden, muss der Tunnel ab Oktober komplett verschlossen werden.

Die gute Nachricht für die Radfahrer: Die Vollsperrung gibt es in diesem Jahr zum letzten Mal. Denn ab Frühjahr 2012 sollen längs im Tunnel "Trennwände eingezogen werden, damit die Fledermäuse dauerhaft geschützt sind", erklärt Henseler. Wie genau diese Trennwände aussehen oder aus welchem Material sie bestehen werden, ist bislang noch unklar. Fest steht, dass sie Schächte haben werden, durch die die Fledermäuse von einer Seite des Tunnels zur anderen fliegen können. Zwischen den Wänden bleibt genug Platz für Fußgänger oder Radfahrer.

Vor allem Letztere wird es freuen, dass der Tunnel nun zum letzten Mal voll gesperrt wird. Denn über die ehemalige Bahntrasse sollen Radfahrer von Marienheide und Wipperfürth durch die Hückeswagener Innenstadt und über Wiehagen bis Dörpe fahren können.

Dafür ist fast alles bereitet: Die Remscheider Firma Dohrmann hat die frühere Bahntrasse inzwischen zu einem sauber asphaltierten Radweg ausgebaut – bis auf das etwa 200 Meter lange Stück im Inneren des Tunnels. Die Arbeiten darin sollen zusammen mit denen an den Trennwänden ausgeführt werden. Sobald das geschehen ist, kann der neue Abschnitt des Radweges 2012 auch offiziell eröffnet werden – mit ausgeruhten Fledermäusen, die dann von Radfahrern nicht mehr gestört werden können.

(RP/rl)
 
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