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Hückeswagen
Ungewöhnliche Besetzung beim vierten Schlosskonzert

Hückeswagen. Immer wieder sind im Rahmen der Schlosskonzerte auch Ensembles wie das "Trio Kontra" zu Gast: junge Musiker, die sich in der Bundesauswahl Junger Künstler des Deutschen Musikrates gefunden haben. In ungewöhnlicher Besetzung - Violine, Kontrabass und Klavier - waren die drei Musiker am Samstagabend ins Heimatmuseum zum Schlosskonzert gekommen, um den gut 50 Zuhörern ihr Programm zu präsentieren. Den Namen hatten sie dem Kontrabass Andreas Ehelebes entlehnt, der mit seinem Instrument die klassische Klavier-Trio-Besetzung aufbrach: "Wir haben uns gedacht: ,Klaviertrio mit Cello' - das ist langweilig", erläuterte Pianist Georg Michael Grau.

Das allerdings brachte ein Problem der Literatur mit sich, wie der 27-jährige Pianist ausführte: "Da gibt es nicht viel, weshalb wir Vorhandenes an unsere Besetzung angepasst haben." So etwa Bachs Sonate für Violine und Basso Continuo in c-Moll. "Da gibt es drei Stimmen - die haben wir ganz demokratisch untereinander aufgeteilt."

So frech die Herangehensweise, so ernsthaft und virtuos die Umsetzung. Hochkonzentriert und mit viel Ausdruck präsentierten die Musiker ihr Programm. Das zudem sehr abwechslungsreich war. Auf das Barock-Genie Bach folgte das erst 2011 uraufgeführte Duo concertante von Krysztof Penderecki, das mit seinen dissonanten Klängen unterschiedlicher kaum hätte sein können. Gleichwohl präsentierten Ehelebe und die Violinistin Johanna Pichlmair auch dieses Werk in furioser technischer Brillanz.

Eine "Lebensversicherung für Kontrabassisten" sei das Werk Giovanni Bottesinis, sagte Ehelebe. Als drittes Werk des Abends spielte das Trio sein Duo concertante für Violine, Kontrabass und Klavier. Hier konnte Ehelebe zeigen, wie virtuos und solistisch man den Kontrabass spielen kann. Eindrucksvoll, wie spielerisch die Finger des 23-Jährigen über die dicken Saiten huschten.

Dem Trio stand auch Melancholisches gut, wie es nach der Pause mit dem Trio élégiaque in g-Moll von Sergej Rachmaninov bewies. Das dramatisch aufgebaute Werk wusste besonders durch die leidenschaftliche Darbietung aller drei Musiker zu gefallen.

Den Abschluss markierte erneut ein modernes Werk: Las Cuatro Estaciones Porteñas von Tango-König Astor Piazolla. Der transportierte Vivaldis wohl bekanntestes Werk in die Welt des Tangos - und sorgte so für den vielbejubelten Abschluss eines tollen Konzertabends, der durch eine Zugabe abgerundet wurde.

Termin Das nächste Schlosskonzert ist am Samstag, 22. April, 20 Uhr.

(wow)
 
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