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Hückeswagen
Verärgerung über Verspätungen und Ausfälle der Buslinie 336

Hückeswagen. Dass Erika Wasser zwei Stunden lang in Marienheide-Rodt auf den Bus der Linie 336 warten musste, der sie nach Hückeswagen bringen sollte, war bei den starken Schneefällen am Donnerstag voriger Woche zwar unangenehm. Ärgerlich aber fand die Hückeswagenerin zwei andere Dinge: Dass bei der Hotline, die die Oberbergische Verkehrsgesellschaft (OVAG) anbietet, nichts über den Ausfall bekannt war, und dass selbst der Fahrer des Busses, der um kurz nach 21 Uhr vorfuhr, ebenfalls nicht davon in Kenntnis gesetzt worden war. "Überhaupt hat die Linie fast regelmäßig Verspätung", erzählt die 63-Jährige am "Heißen Draht" unserer Redaktion. Von Stephan Büllesbach

Erika Wasser nutzt die 336, die von Gummersbach über Marienheide, Wipperfürth und Hückeswagen nach Lennep führt, häufig. Weil der Bus aber nicht immer pünktlich sein Ziel erreiche, erwische sie in Bergisch Born ihren Anschlussbus nach Wermelskirchen oder in Lennep den Zug nicht, bemängelt sie. "Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft wir den Anschlussbus verpasst haben", sagt sie. Häufig hätten sie sich dann schon ein Taxi nehmen müssen.

Auch die Tochter des Hückeswagener Bäckermeisters Jörg von Polheim hat am vorigen Samstag eine schlechte Erfahrung mit dem Bus gemacht. Gegen 12.30 Uhr war die 20-Jährige auf dem Weg zur Arbeit Richtung Lennep, als der Bus "ohne Ankündigung nicht über Wiehagen, sondern über die Bundesstraße gefahren ist", berichtet Jörg von Polheim. In Winterhagen habe der Busfahrer den Fahrgästen dann mitgeteilt, dass er nicht weiterfahren werde, weil es zu glatt sei. Er habe dann umgedreht und sei wieder Richtung Hückeswagen gefahren. "Ich habe meine Tochter dann eine halbe Stunde später nach Lennep zur Arbeit gefahren", erzählt der Bäckermeister. Schlechte Straßenverhältnisse seien jedoch kein Thema gewesen.

Rolf Peuster, Betriebsleiter bei der OVAG, nimmt Stellung zu den Vorwürfen. Er verweist zunächst darauf, dass es bei dem Wintereinbruch am vorigen Donnerstag "ganz erhebliche Probleme im Bereich Gummersbach-Kotthausen gegeben hat". Diese Ortschaft liegt auf etwa 360 Metern und ist damit noch einmal rund 30 Meter höher als Wiehagen - entsprechend viel Schnee gab es dort. Erst nach 19 Uhr habe sich der Linienverkehr langsam wieder entspannt.

Dass bei der 0800er-Hotline niemand über die Ausfälle Bescheid wusste, sei verständlich: "Die sitzen in Köln, und dort gab's keinen Schnee." Peuster rät, in solchen Fällen die Verkehrsaufsicht der OVAG anzurufen. Bis 20 Uhr sei jemand unter Tel. 02261 926026 erreichbar.

Zu den Verspätungen der 336 sagt er: "Diese Linie bewältigt eine Strecke von zirka 50 Kilometern." Die OVAG sei bemüht, den Fahrplan einzuhalten, allerdings gebe es auf der Strecke momentan einige Baustellen. So steht der Bus gerade zu den Zeiten des Berufsverkehrs in Wipperfürth-Ohl im Stau (siehe Seite C 2).

Auch über den Vorfall am Samstag in Winterhagen hat sich Peuster informiert. Das sei kein Bus der OVAG, sondern der VBL (Verkehrsgesellschaft Bergisches Land) gewesen. Dessen Betriebsleiter habe ihm gesagt, dass die winterlichen Verhältnisse es nicht hergegeben hätten, dass der Bus die steile August- Lütgenau- und Wiehagener Straße und die Steigung bis Bergisch Born hätte fahren können.

"Wir stellen aus Sicherheitsgründen auch schonmal Linien ein", erläutert Peuster. So sei in Gummersbach am Samstag nach 17 Uhr kein Bus mehr gefahren, weil alles vereist gewesen war. "Wir haben hier im Oberbergischen das Problem, dass in den Tälern die Primeln blühen und 100 Meter höher eine Winterlandschaft ist", erläutert Peuster ein wenig überspitzt. Um Unfälle wie Gummersbach-Wasserfuhr, als ein Bus in der Böschung gelandet war, zu vermeiden, bleiben die Busse halt auch mal stehen. Oder drehen um.

Quelle: RP
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