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Hückeswagen
Verdienstkreuz für Brigitte Thiel

Hückeswagen: Verdienstkreuz für Brigitte Thiel
Nach vielen lobenden Worten richtete Brigitte Thiel, frischgebackene Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, gestern Nachmittag im Haus Hammerstein Dankesworte vor allem an ihre Familie. FOTO: Stephan Büllesbach
Hückeswagen. Behindertenarbeit und Kommunalpolitik - das steht in Hückeswagen für Brigitte Thiel. Für ihr mehr als 20-jähriges Engagement erhielt die 64-Jährige gestern das Bundesverdienstkreuz am Bande. Von Stephan Büllesbach

Die kürzeste Rede des Nachmittags im Haus Hammerstein sorgte für den emotionalsten Moment. Es waren nur drei Worte, aber bei diesen flossen dann doch Tränen bei Brigitte Thiel - als ihr Mann Ralf vor die rund 80 Gäste trat und sagte: "Ich liebe Dich!" Dabei hätte die Mutter zweier Söhne und Zahnarzthelferin im Ruhestand schon zuvor ausreichend Anlass gehabt, zu Tränen gerührt zu sein. Denn der Lobesworte gab es reichlich. Und jeder, der ans Pult getreten war, sagte: "Diese Frau hat's wirklich verdient!"

Es war ihr älterer Sohn Stephan (46), der bei der Staatskanzlei des Landes die Verleihung eines Verdienstordens für seine Mutter angeregt hatte. Die war offenbar ob des beispielhaften und vielfältigen Ehrenamts der Hückeswagenerin derart angetan, dass sie Brigitte Thiel dem Bundespräsidenten für diese besondere Auszeichnung vorschlugen. Das vorherige Staatsoberhaupt Joachim Gauck unterzeichnete schließlich die Urkunde.

Das vielfältige ehrenamtliche Engagement aufzuzählen, vermochten die Redner kaum. Die Hückeswagenerin gehört seit 1998 dem Vorstand der Lebenshilfe Rhein-Wupper an. Im gleichen Jahr wurde sie Geschäftsführerin der Rehabilitations- und Behinderten-Sportgemeinschaft (RBS), 2010 deren Vorsitzende. Sie war Beauftragte für den Behindertensport des Kreissportbund-Vorstands und übernahm 2011 im Stadtsportverband das Amt der Beauftragten für den Behinderten- und Reha-Sport

Seit 1994 ist sie zudem kommunalpolitisch aktiv: Erst für die UWG, seit 2003 für die Freien aktiven Bürger (Fab), deren Vorsitzende sie seit der Gründung ist. Zum 1. Januar 2016 übernahm sie von ihrem Mann den Fraktionsvorsitz im Stadtrat.

All das (und noch weit mehr) fand sich nicht nur in der Laudatio von Landrat Jochen Hagt wider, sondern war ein durchgehendes Thema in den vielen Grußworten. Bürgermeister Dietmar Persian etwa nannte sie eine "Frau mit zwei Herzen": Sie investiere Herzblut in ihre Arbeit, und sie gehe mit großer Herzlichkeit auf die Menschen zu. RBS-Ehrenvorsitzender Horst Hellerling überbrachte Glückwünsche von Friedhelm Beucher: Der Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbands attestierte ihr, sich um den Behindertensport in Deutschland verdient gemacht zu haben.

Herbert Frings, Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe, betonte: "Ich habe noch nie eine Frau erlebt, die so viel bewegt und die so viele Menschen bewegt hat." Hans-Georg Breidenbach, Vorsitzender des Stadtsportverbands, bescheinigte Brigitte Thiel, dass für sie Inklusion und Integration schon immer eine Selbstverständlichkeit gewesen sei. Und Karl-Heinz Bobring, Vorsitzender des Vereins "Mittendrin", lobte ihre Menschlichkeit, Wärme und ihren Blick fürs Notwendige.

Zum Abschluss der Grußworte gab es noch zwei weitere emotionale Momente. Zunächst sagten mehrere Übungsleiterinnen der RBS Danke in Richtung Brigitte Thiels - in verschiedenen Sprachen. Die Geehrte ergriff schließlich selbst das Wort und meinte zunächst, dass ihr ehrenamtliches Engagement "für mich etwas ganz Normales ist". Dann richtete sie rührende Worte an ihren Sohn Christian (34), wegen dessen Behinderung sie überhaupt ehrenamtlich tätig geworden war: Er sei ihr Berater und baue sie mitunter auch auf. Brigitte Thiel: "Christian, wir alle sind glücklich, dass es Dich gibt."

Quelle: RP
 
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