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Hückeswagen
Verdienstmedaille für Jürgen Löhmer

Hückeswagen: Verdienstmedaille für Jürgen Löhmer
Landrat Stephan Santelmann überreichte die Verdienstmedaille an Jürgen Löhmer, der von seiner Ehefrau Gisela Löhmer begleitet wurde (v.l.). FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Der langjährige Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Rhein-Wupper wurde für sein Engagement für Menschen mit Behinderung ausgezeichnet. Zu der Verleihung kamen zahlreiche seiner Wegbegleiter. Von Merlin Bartel

Dunkle Anzüge reihten sich gestern Vormittag im Saal des Hotels "Zum Schwanen" aneinander. Hintergrund der gut besuchten, feierlichen Veranstaltung: Jürgen Löhmer erhielt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Der 76-Jährige wird für sein Engagement für Behinderte und deren Inklusion ausgezeichnet. Von 2004 bis 2013 war Löhmer Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Rhein-Wupper. In seiner Amtszeit weitete er das Angebot für Behinderte im Bergischen aus. Dazu zählt auch der Bau des neuen Hauses der Lebenshilfe in Wermelskirchen in den Jahren 2005/2006. Dort sind die Frühförderung sowie der familienunterstützende Dienst untergebracht.

"Es ist die höchste Anerkennung für Dienste für das Allgemeinwohl", sagte Landrat Stephan Santelmann in seiner Laudatio. "Was Sie leisten, ist unersetzbar. Sie sind ein leuchtendes Vorbild." Er lobte Jürgen Löhmer als Organisationstalent und dankte auch dessen Familie: "Die musste wegen seines Ehrenamtes häufig auf ihn verzichten." Als der Landrat dem 76-Jährigen die Verdienstmedaille ansteckte, gab es stehende Ovationen. Im Publikum applaudierten zahlreiche Wegbegleiter des Ehrenamtlers.

Dabei hatte Löhmer nicht mit einer solchen Auszeichnung gerechnet: "Als ich den Brief vom Rheinisch-Bergischen Kreis im Postkasten fand, dachte ich: Ist das die Untere Wasserbehörde oder gar ein Knöllchen? Stattdessen las ich die Glückwünsche. Diese Freude mich bis zum heutigen Tag getragen."

Auch der Wermelskirchener Bürgermeister Rainer Bleek war zur Verleihung gekommen. "Jürgen Löhmer hatte sein Ziel immer fest im Blick: Vorurteile über Behinderte abzubauen", sagte er. "Durch Ihre Arbeit haben Sie sich die Wertschätzung von Politik und Verwaltung verdient."

Im Jahr 2006 gelang es dem Vater von zwei Kindern, mit dem nordrhein-westfälischen Landesverband der Lebenshilfe, Wermelskirchen zum Austragungsort der Partie Polen gegen Portugal bei der Fußball-Weltmeisterschaft für Menschen mit Behinderung zu machen. Bei dieser Großveranstaltung leitete Jürgen Löhmer die Gesamtorganisation.

Für die Lebenshilfe übernahm er außerdem wichtige Aufgaben: Aufgrund der Expansion wurden früher ehrenamtlich geführte Bereiche professionalisiert - ab 2007 in der Lebenshilfe Service gGmbH. Dafür entwickelte er Kooperationen mit Unternehmen, Kirchengemeinden und sozialen Organisationen, um den Kontakt zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern.

Auch nach seinem Rücktritt als Vorstandsvorsitzender setzte sich Jürgen Löhmer weiter für seine Ziele ein: als Mitglied in den Aufsichtsratsgremien der Werkstatt Lebenshilfe im Bergischen Land sowie der Lebenshilfe Service gGmbH. Daneben ist der 76-Jährige bereits seit 2005 im Vorstand des Betreuungsvereins Lebenshilfe NRW und seit 2006 im Aufsichtsrat der Lebenshilfe Wohnen NRW gGmbH aktiv.

Auch in seiner Heimatstadt übernimmt der Wermelskirchener Aufgaben: Sieben Jahre lang arbeitete er als Vorsitzender des Beirats für Menschen mit Behinderung und vertrat deren Interessen bei Baumaßnahmen. Zudem saß er fünf Jahre lang im Seniorenbeirat und war Mitglied im Sozial- sowie im Jugendhilfeausschuss.

Quelle: RP
 
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