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Hückeswagen
Vereine wollen über Hallennutzung reden

Hückeswagen: Vereine wollen über Hallennutzung reden
Der TVW ließ im Juli die veralteten und rissigen Glasbausteine im Treppenhaus gegen moderne, doppelverglaste Fenster austauschen - Kosten: 8600 Euro. Einen Zuschuss gab's von der Sport- und Sozialstiftung der Sparkasse. FOTO: moll (archiv)
Hückeswagen. Eine Nutzung der drei vereinseigenen Hallen in der Stadt sollte eigentlich auch außerhalb der Vereine möglich sein. Aber es gibt Schwierigkeiten. Über die sprach die BM mit Vereinsvertretern und VHS-Leiterin Andrea Poranzke. Von Wolfgang Weitzdörfer

In der Schloss-Stadt gibt es neben der Mehrzweckhalle drei vereinseigene Hallen: ATV, Turnerbund und TV Winterhagen haben eigene Hallen, die nach Möglichkeit auch an Dritte vermietet werden - etwa für Kurse der Volkshochschule (VHS). Aber genau darüber gibt es seit geraumer Zeit Unstimmigkeiten mit VHS-Leiterin Andrea Poranzke. Da ist von "ungenutzten Hallen" die Rede, die zudem "zu teuer" seien und deswegen nicht von der VHS hätten angemietet werden können, was aber doch im eigentlichen Interesse der Vereine sein sollte - "lieber eine belegte Halle, als eine leerstehende". So lautete die Quintessenz.

Eine Aussage, die Jörg von Polheim, Vorsitzender des ATV, im Grunde vorbehaltlos unterschreiben würde. "Natürlich sind wir daran interessiert, dass unsere Räume auch von der VHS genutzt werden. Aber wir können und wollen die VHS nicht quersubventionieren." Zudem seien die Mieten keineswegs zu hoch, sagt ATV-Geschäftsführerin Barbara Müller. "Für 30 Euro pro Stunde ist der Gymnastikraum zu haben, die große Halle für 40 Euro. Für den Yoga-Kursus der VHS im Jugendraum verlangen wir 15 Euro."

Das sieht Andrea Poranzke ganz anders: "Die Kursgebühren müssen umgelegt werden. Wir haben so viele Anmeldungen für Yoga, dass wir gerne den Gymnastikraum für zwei Kurse hintereinander nutzen wollten, das hieße aber 90 Euro Miete bei drei Unterrichtsstunden. Das ist zu teuer. Deswegen haben wir jetzt einen Anmeldestopp gemacht und bleiben im kleinen Jugendraum, der sicher bezahlbar ist."

Heike Mühlinghaus, Vorsitzende des TV Winterhagen, stellt klar: "Jeder Verein ist ein kleines Unternehmen, zudem kosten die Hallen im Unterhalt eine Menge Geld. Alleine die Hallenreinigung kostet pro Monat 1000 Euro. Den Unterhalt kann man alleine mit Mitgliedsbeiträgen nicht stemmen."

Und von Polheim bringt zusätzlich die Energiekosten ins Spiel: "Das sind jährlich Kosten im fünfstelligen Euro-Bereich, die Hallenbeleuchtung zu erneuern, schlug mit 18.000 Euro zu Buche." Der ATV-Vorsitzende steht einer weiteren Zusammenarbeit mit der VHS indes keineswegs ablehnend gegenüber: "Wir reichen der Volkshochschule sehr gerne die Hand, aber bitte auf Augenhöhe."

Ein weiteres Problem sieht Mühlinghaus im konkurrierenden Angebot: "Mit der eigenen Infrastruktur ,Halle' hat man große Vorteile, man ist aber gleichzeitig auf jeden einzelnen Euro angewiesen. Insofern ist es natürlich kontraproduktiv, wenn es Konkurrenzangebote von der VHS gibt - etwa den Kursus 'Tanzen für Frauen', den ohnehin jeder Verein anbietet. Es hat im April ein Treffen mit Frau Poranzke gegeben, bei dem genau dieses Thema angesprochen wurde." Jörg von Polheim sieht das ähnlich: "Wir kannibalisieren uns gegenseitig, wenn wir die VHS mit Konkurrenzangeboten in unsere Hallen lassen."

Auch zu diesem Thema möchte Andrea Poranzke etwas klarstellen: "Unser 'Tanzen für Frauen' ist zum einen am Vormittag, steht also nicht in direkter Konkurrenz zu den Abendveranstaltungen der Vereine. Zum anderen handelt es sich um einen ganz anderen Kursus - meditatives Tanzen spricht ganz andere Frauen an als Folklore-Tanz. Es gibt da keine Überschneidungen." Poranzke hätte es zudem lieber, wenn alle Vereine und die VHS in Hückeswagen die Stadt und nicht nur das eigene Wohl im Blick hätten: "Wir sind doch ein Hückeswagen!", sagt die Leiterin der VHS.

Michael Wolter, stellvertretender Vorsitzender des TBH, sieht im Gespräch die einzige Lösung: "Wir müssen uns gemeinsam an einen Tisch setzen, vielleicht auch mit dem Bürgermeister. Denn grundsätzlich ist die VHS ja was Gutes - und wir müssen uns gegenseitig nicht im Weg stehen. Wir Sportvereine bieten schließlich auch keine Koch- oder Englischkurse an."

Poranzke stimmt dem zu: "Ich habe so ein Gespräch schon vor Monaten angeregt - und auch gestern noch mit Bürgermeister Persian darüber geredet, dass wir das baldmöglichst machen müssen", sagte die Leiterin der Volkshochschule gestern unserer Redaktion.

Fazit: Gesprächsbedarf scheint bei allen Beteiligten jedenfalls genug vorhanden zu sein.

Quelle: RP
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