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Hückeswagen
Vergammelt der Waldpark am Schloss?

Hückeswagen: Vergammelt der Waldpark am Schloss?
Nach vier Jahren bröckelt bereits die Steinmauer. FOTO: büba
Hückeswagen. Für rund 700.000 Euro wurde zwischen 2009 und 2011 der Schlosshagen neu hergerichtet. Von der Schönheit ist kaum noch etwas zu sehen, auch wirkt er unaufgeräumt. Doch die abgeschnittenen Äste wurden bewusst liegengelassen. Von Stephan Büllesbach

Der Herbst ist nun wahrlich nicht die schönste Jahreszeit für blühende Pflanzen. Und wenn's dann auch noch nebelig ist, wirkt vieles trist. So wie der Schlosshagen an diesem Montagmorgen. Doch es ist weniger die herbstliche Tristesse, über die sich so manche Hückeswagener aufregen. Vielmehr ärgert sie, dass der Schlosshagen - ein "Waldpark im Stil der 1920er Jahre", wie er im Zuge der "Regionale 2010" genannt wurde - so unaufgeräumt wirkt. Was nicht weiter verwundert, denn an mehreren Stellen im Hang liegen scheinbar achtlos liegengelassene Äste und Sträucher, die vor einigen Wochen abgeschnitten worden waren.

So sieht's an vielen Stellen im Schlosshagen aus: Nach dem Beschneiden haben Mitarbeiter einer Fachfirma Äste und Sträucher zu Haufen zusammengelegt. Sie sollen nun verrotten und zu natürlichem Dünger werden. FOTO: Jürgen Moll

Dazu kommt, dass sich an vielen Stellen Müll im Gebüsch oder neben den Bänken findet. Auch hat sich ein Platte von einer Bruchmauer gelöst. Zwar wirkt der Schlosshagen lange nicht so verwildert, wie vor der Umgestaltung. Ein Kleinod ist er allerdings auch nicht.

Auf Anfrage unserer Redaktion erläutert Bauamtsleiter Andreas Schröder, warum so viel Abgeschnittenes im "Waldpark" herumliegt. Vor dem Altstadtfest sei eine Firma damit beschäftigt gewesen, Büsche und Bäume zu beschneiden. Vor allem galt es, den Ahorn-Aufwuchs zu reduzieren. "Die Äste und Sträucher bleiben dann prinzipiell im Schlosshagen liegen", betont Schröder. Soll doch diese Biosubstanz als natürlicher Dünger fungieren. So zersetzt sich bereits das Laub. Und im Frühjahr wird die Firma die abgeschnittenen Äste und Sträucher zerkleinern, so dass sie ebenfalls zu Biodünger für den Waldboden werden.

"Das mag jetzt nicht so schön aussehen", weiß auch der Bauamtsleiter. Das Ganze sei aber so geplant. Und dass sich eine Platte von der Mauer löse, passiere schonmal. "Die Mitarbeiter des Bauhofs kontrollieren regelmäßig auch im Schlosshagen", versichert Schröder. Doch der habe nicht allererste Priorität, "und wir haben auch nicht das Personal, um zweimal in der Woche dort sauber zu machen".

525.000 Euro sollte die Umgestaltung des Schlosshagens im Rahmen der "Regionale 2010" eigentlich kosten, tatsächlich wurden daraus nach zweijähriger Bauzeit 700.000 Euro. Davon übernahm das Land 60 Prozent, den Rest - 280.000 Euro - musste die Stadt aus eigenem Haushalt bezahlen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Das dicht bewaldete Wäldchen war gelichtet worden, so dass der Blick von der Stadt wieder aufs Schloss fiel, die Wege sind seitdem gepflastert und an vielen Stellen mit einer Mauer oder einer Gabionenwand versehen. Dazu dient der Felssporn, das Rondell, als Aussichtspunkt.

Bei der Eröffnung des "neuen" Schlosshagens im September 2011 hatte der damalige Bürgermeister Uwe Ufer die Hoffnung geäußert, "dass die Hückeswagener die geschaffenen Rückzugsräume für sich erobern". So, wie sich der "Waldpark im Stil der 1920er Jahre" seit geraumer Zeit aber präsentiert, ist das eher unwahrscheinlich.

Quelle: RP
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