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Hückeswagen
Vertrauen schenken und zuhören gegen die Einsamkeit

Hückeswagen: Vertrauen schenken und zuhören gegen die Einsamkeit
Gabriele Riedesel kümmert sich im Senioren. FOTO: hertgen
Hückeswagen. Mit viel Einsatz und Liebe engagiert sich Gabriele Riedesel etwa für Senioren. Die Motivation der 63-Jährigen ist dabei ihr Glaube. Von Heike Karsten

Historische Diavorträge über das frühere Hückeswagen, unterhaltsame und besinnliche Beiträge, gemeinsame Lieder und Ausflüge - der Seniorenkreis 55Plus der Evangelischen Gemeinschaft Scheideweg ist für die Besucher jedes Mal eine willkommene Abwechslung und ein schönes Gemeinschaftserlebnis. 50 Besucher im Rentenalter nehmen im Durchschnitt an den monatlichen Treffen teil. Durch neue Ideen, Kreativität und Einsatz bringt sich Gabriele Riedesel in die Gestaltung der Treffen mit ein und unterstützt damit tatkräftig ihren Ehemann Erhardt (68), der den Kreis leitet.

Sich stark machen für andere, lautet das Motto der 63-Jährigen. Ehrenamtlich setzt sich Gabriele Riedesel für Menschen ein, die Hilfe brauchen - sei es für Senioren, die im Alter Einsamkeit erfahren oder für Strafgefangene in der JVA Düsseldorf, die nach der Haftentlassung oft am Rande der Gesellschaft stehen. Ihre Motivation und Kraft schöpft sie dabei aus dem christlichen Glauben. "Weil ich die Liebe Jesu erfahren habe, möchte ich sie an andere weitergeben", sagt die aktive Ehrenamtlerin. "Gerade jetzt zu Ostern, wo Jesus sich stark gemacht und für uns auferstanden ist. Das hat er aus Liebe getan, und das soll auch in dem zum Ausdruck kommen, was ich tue."

Ihre Arbeit mit Menschen empfindet Gabriele Riedesel als persönliche Bereicherung. Durch eigene einschneidende Erlebnisse habe sie Jesus im Alter von etwa 18 Jahren nochmal neu entdeckt. Seitdem steckt sie viel Engagement in die Mitarbeit in der Gemeinde, ihre Arbeit mit Senioren, Strafgefangenen und Menschen, die anderweitig Hilfe benötigen und vor einer ungewissen Zukunft stehen. "Gerade jetzt in einer Zeit, in der es viel Hoffnungslosigkeit gibt, ist es für mich ein Ansporn. Denn ich weiß, wie man aus schwierigen Situationen Kraft schöpfen kann", sagt die Hausfrau.

Der Seniorenkreis trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat im Gemeindehaus der Evangelischen Gemeinschaft in Unterscheideweg. Dort ist jeder willkommen, egal welcher Konfession er angehört. Die 63-Jährige kümmert sich um organisatorische und praktische Aufgaben, aber der Kontakt und Austausch mit den Besuchern liegt ihr am meisten am Herzen. "Man muss manchmal viele Arme haben, aber mir macht es sehr viel Freude", betont die Wermelskirchenerin, die in Durholzen, an der Grenze zu Hückeswagen, wohnt.

Bei ihrer Arbeit ermutigt sie die Senioren, sich nochmal einer Aufgabe anzunehmen und sich selbst zu engagieren. "Senioren für Christus" heißt das Projekt, dem sich Erhardt und Gabriele Riedesel angenommen haben. "Es gibt vieles, was man noch machen kann im Alter", ist die 63-Jährige überzeugt. Die Ehrenamtlerin arbeitet am liebsten im Hintergrund. Dabei müssen es nicht immer große Taten sein: Manchmal reiche es auch schon, Menschen Mut zu machen, Vertrauen zu schenken, zuzuhören oder auch mal nur eine Hand zu streicheln. Einen Ausgleich findet Gabriele Riedesel beim Musizieren auf der Blockflöte und Wandern in der Natur. "Innerlich hält mich der Glaube fit", ist sie überzeugt.

Bei all diesen Aufgaben ist für die engagierte Christin folgender Bibelspruch eine wichtige Aussage: "Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob." (Römer 15,7)

Ansprechpartnerin des Seniorennetzwerks ist Susanne Röntgen, Tel. 88-250, susanne.roentgen@hueckeswagen.de.

Quelle: RP
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