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Hückeswagen
Verwaltung will Navi-Hilfe für Lkw-Fahrer

Hückeswagen: Verwaltung will Navi-Hilfe für Lkw-Fahrer
Die Stadtverwaltung will eine Vorrangroute für Lkw-Fahrer durch Hückeswagen ausweisen. Die "Gretchenfrage" aber ist: Empfiehlt sie die K 5 (Foto), die um das Stadtgebiet führt, aber für Lkw eigentlich zu schmal ist, oder doch die B 237, die jedoch mitten durch das Zentrum verläuft? FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Damit die auswärtigen Lkw-Fahrer besser und schneller an ihr Ziel in Hückeswagen kommen, nimmt die Stadt an dem Projekt "Effiziente und stadtverträgliche Lastwagen-Navigation - Metropolregion Rheinland" teil. Von Stephan Büllesbach und Jens Höhner

Irgendwann geht nichts mehr. In den vielen Serpentinen der Kreisstraße 14 zwischen Straßweg und Purd bleibt so mancher Sattelschlepper in einer der engen Kurven stecken. Dann kann ihn nur noch ein Kranwagen aus seiner misslichen Lage befreien und herausheben. Immer wieder kommt es vor, dass vor allem ausländische Lkw-Fahrer, offenbar vertrauend auf ein günstigeres Pkw-Navigationssystem, auf dem vermeintlich schnellsten, weil kürzesten Weg zwischen der A 1 in Wermelskirchen und der B 506 in Wipperfürth-Lamsfuhs hier steckenbleiben.

Doch damit könnte bald Schluss sein. Wenn denn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: Zum einen müssen die Vorrangrouten für Lkw durch Hückeswagen in der Lkw-Navigation angelegt werden. Zum anderen müssten die Brummifahrer die neue, vor allem aber etwas teurere Navigationssoftware kaufen. Zumindest ist es das Ziel der sechs rheinischen Industrie- und Handelskammern (IHK), des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) und des Mobilitätsportals, die Strecken für die Sattelschlepper und sonstigen Laster zu optimieren, damit der Verkehrsfluss reibungsloser wird. In Düsseldorf wurde jetzt das Projekt "Effiziente und stadtverträgliche Lastwagen-Navigation - Metropolregion Rheinland" gestartet, und aus Oberberg haben neben Hückeswagen noch Wiehl, Gummersbach und Marienheide ihr Interesse daran angemeldet.

Gemeinsames Ziel ist es, Hindernisse auszuschließen und den Lastverkehr nicht etwa zu behindern, sondern durch optimierte Wege wesentlich zu erleichtern. Alle Kommunen, die sich daran beteiligen, sollen Informationen für eine Datenbank liefern, die dann Lastwagenfahrern, Speditionen und anderen Unternehmen von Nutzen ist. Diese können dort per Mausklick Informationen abrufen, etwa zu Gewichts- und Breitenbeschränkungen auf der Straße, Durchfahrtshöhen und Passierverboten.

"Im Ruhrgebiet läuft das Projekt schon", berichtet Bauamtsleiter Andreas Schröder auf Anfrage der BM. Auch der Schloss-Stadt sei sehr daran gelegen, dass die Lkw besser durch die Stadt zu den Gewerbegebieten dirigiert werden. Hückeswagen habe zwar nicht die Probleme wie so manche Großstadt, wo Lkw-Fahrer hin und wieder die Höhe ihres Fahrzeugs unterschätzten und sich dann unter Brücken festfahren oder in Tempo-30-Zonen ohne Wendemöglichkeit verirren. "Aber bei uns ist auch schonmal ein riesiger Lkw auf dem Schlosshof gelandet und hatte Probleme, wieder wegzukommen", erzählt Schröder.

Mit dem neuen Navi-Projekt habe die Stadt aber die Möglichkeit, den Lkw-Fahrern die optimalen Strecken durchs Stadtgebiet auszuweisen. So kommt es dann vielleicht auch nicht mehr vor, dass Laster über zwölf Tonnen die für sie eigentliche gesperrte steile August-Lütgenau-Straße befahren.

Ausgewiesen werden muss allerdings noch die Vorrangstrecke durch die Schloss-Stadt. Und da gibt es ein kleines Problem: "Empfehlen wir die Bundesstraße 237 - die führt aber durch die Stadt -, oder die Kreisstraße 5 - die ist von der Breite nicht unbedingt für Lkw geeignet", sagt Schröder. "Das ist unsere Gretchenfrage. Da habe ich noch keine abgeschlossene Meinung zu." Sollte jedoch einmal die äußere Ortsumgehung B 237n auf der Trasse der heutigen K 5 realisiert werden, wäre sie als Vorrangroute optimal.

Bis Mitte 2016 sollen alle Daten der teilnehmenden Kommunen ins Internet gefüttert und abrufbar sein. Zweimal im Jahr können zudem Hersteller von Navigationskarten auf dieses Material zurückgreifen und es selbst weiterwenden für eine Software, die von den Lkw-Fahrern oder Speditionen gekauft und benutzt werden müsste.

Schröder ist sich sicher: "Für die Stadt wäre das eine vernünftige Sache." Zumal das Ganze, von ein paar Arbeitsstunden abgesehen, nichts kostet. Im August oder November soll dieses Projekt Thema im Bauausschuss sein. Dann sollen die Politiker darüber abstimmen, ob sich Hückeswagen daran beteiligt.

Quelle: RP
 
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