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Hückeswagen
Viele Aufwendungen für Flüchtlinge

Hückeswagen. Etwa 300 Flüchtlinge beherbergt die Stadt momentan, bis Ende nächsten Jahres rechnet die Stadt mit einer Verdoppelung dieser Zahl. Für den Haushalt 2016 geht die Kämmerei von 25 zusätzlichen Asylbewerbern pro Monat aus. "Bereinigt um die Zahlen zu der Flüchtlingsproblematik wäre unser Haushalt völlig unaufgeregt, und wir wären auf einem guten Weg", hatte Stadtkämmerin Isabel Bever in einem Pressegespräch vor der Ratssitzung gesagt.

Die Zahlen machen das deutlich: Alleine 2,6 Millionen Euro plant die Kämmerei für den Lebensunterhalt der Asylbewerber ein, dazu zählen etwa der Anteil an der Miete und die Kosten für die ärztliche Versorgung. Gleich sechs Millionen wurden in den Haushalt eingestellt für Ankäufe von Gebäuden, deren Umbau oder für Neubauten von Unterkünften. Das aber nur sicherheitshalber. Bürgermeister Dietmar Persian betonte im Rat: "Grundsätzlich gilt das Prinzip der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit. Das bedeutet hier: mieten vor kaufen vor bauen!"

Mit den vorhandenen und bereits fest eingeplanten Möglichkeiten wie dem ehemaligen Bêché-Verwaltungsgebäude an der Peterstraße, in das ab Mitte Januar bis zu 90 Flüchtlinge einziehen sollen, kann die Stadt etwa 450 Menschen unterbringen. "Wir brauchen aber noch mehr Wohnraum", betonte Persian. In den Kosten für Unterkünfte, Anmietungen und den Lebensunterhalt der Flüchtlinge sind weitere Aufwendungen enthalten. So wird die Stadt etwa für das Gebäude an der Peterstraße einen Sicherheitswachdienst beauftragen. Zudem wird sie sich im Sozialbereich verstärken müssen - mit einer weiteren Verwaltungskraft, einem Hausmeister und zwei Sozialarbeitern.

Die Kämmerei rechnet für 2016 mit einer Landespauschale von 10.000 Euro pro Flüchtling. "Wenn wir diese Summe bekommen, können wir gut damit leben", sagte Bever. Sie und Persian sehen sehr wohl, dass vor allem Großstädte im Vergleich zu den ländlichen Kommunen weniger Asylbewerber aufgenommen haben. "Das Problem ist, dass sie einfach keine Leerstände beim Wohnraum haben", erläuterte der Bürgermeister. Allerdings müsste der Verteilungsschlüssel verändert werden, um die kleineren Kommunen weniger zu belasten.

(büba)
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