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Hückeswagen
Vikar will neue Strukturen für Messdiener

Hückeswagen: Vikar will neue Strukturen für Messdiener
In der Heiligen Messe verständigt sich Pfarrvikar Michael Weiler oft per Zeichensprache mit den Messdienern. Generell möchte der 42-Jährige mehr Struktur in die gemeindliche Jugendarbeit bringen und sucht Unterstützer. FOTO: J. moll
Hückeswagen. Sie übernehmen den Dienst am Altar und sind dort die Vertreter der Gemeinde. Doch mit Nachwuchs sieht es mau aus. Vikar Michael Weiler will neue Impulse setzen und strebt eine Kooperation mit der Katholischen Jungen Gemeinde an. Von Joachim Rüttgen

45 Kinder und Jugendliche, die teils schon ihre Fortbildung zum Leiter machen, verrichten in der Hückeswagener Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt ihren Dienst am Altar. Das sind noch recht viele - im Vergleich zur Radevormwalder Partnergemeinde St. Marien und Josef. 2015 wollten etwa in St. Marien sieben Mädchen und Jungen Messdiener werden, in diesem Jahr sind es nur drei. Zurzeit zählt die Gemeinschaft 35 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen neun und 19 Jahren. "Sie sind alle fleißig dabei", sagt Vikar Michael Weiler, der sich um die Messdienerarbeit im Seelsorgeverband Rade-Hückeswagen kümmert. "Aber der Offene Ganztag an den Schulen macht uns schon zu schaffen, denn die Kinder laufen heutzutage rund."

Die Terminkalender der Hückeswagener Messdiner sind ebenfalls häufig voll, weiß Weiler. Kontakt zur Gemeinde hätten meist auch nur die Kinder, deren Eltern sich in der Kirche blicken ließen oder die religiös gebunden seien. "Mir ist es lieber, es gibt eine bewusste Entscheidung. Denn sonst ist die Messdienerarbeit schwer zu organisieren und sind die Einsätze schwer zu planen", sagt der 42-Jährige.

Meist entscheiden sich ehemalige Kommunionkinder nach ihrer Kommunion dafür, als Messdiener zu arbeiten. Zuvor schreibt Weiler alle Kinder an, um sie für den Dienst zu gewinnen. In Hückeswagen übernimmt diese Arbeit Lehrerin Ruth Balling, die die Messdiener auch ausbildet.

Wenn sich Kinder für den Dienst melden, gibt es meist ein erstes Treffen und dann auch schon die ersten Übungen in der Kirche. Dienst am Altar - das heißt zunächst einmal der Einzug: Wie läuft man nebeneinander? Wie kniet man parallel? "Das ist schon eine Art Choreografie", erläutert der Vikar. Wenn die Gaben in Form von Brot und Wein zum Altar getragen werden, geht es auch um den richtigen Ablauf, die korrekte Reihenfolge. "Es geht nicht nur um das Was, sondern auch um das Warum", sagt Weiler, der den Messdienern gerne erklärt, warum sie etwas tun. Kinder seien sehr interessiert an der Bedeutung ihres Tuns. Und Weiler ist langmütig: "Ich übe so lange, bis es klappt."

In der Heiligen Messe verständige er sich mit den Messdienern oft über Zeichensprache. "Wenn etwas schief geht oder jemand nicht weiter weiß, sage ich immer, dass sich die Kinder nicht gegenseitig anschauen sollen, sondern den Vikar", erklärt Weiler. Messdienern müsse klar sein, dass sie einen gottesdienstlichen Dienst übernehmen und keinen persönlichen Dienst am Kaplan. Die Aufgaben seien nicht schwierig, Weiler spart aber nicht mit Kritik, wenn etwas nicht gut läuft. Er will verhindern, dass sich Fehler verfestigen.

Generell möchte er die Messdienerarbeit in beiden Städten mehr strukturieren. Dafür sucht er auch die Kooperation mit der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG). Die habe zwar einen großen Mitgliederbestand, "da passiert aber auch kaum noch was", sagt der Vikar. Deshalb wolle er versuchen, beide Gruppen zusammenzuführen und dafür auch eine gemeinsame Leiterrunde aufzubauen.

Zur Messdienerstunde einmal im Monat kommen 15 bis 20 Kinder, die basteln und spielen. In Kürze soll es eine Veranstaltung mit den Firmlingen in Voßhagen geben. Weiler will dort die Wünsche der Jugendlichen, ihre Vorstellungen und Ideen aufnehmen. "Denn eine wirklich organisierte Jugendarbeit gibt es nicht." Ziel: Diese Arbeit nicht zehn Jahre alleine machen, sondern jemanden finden, der die Organisation in Eigenregie übernimmt.

Quelle: RP
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