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Hückeswagen
Vom Atelier auf vier Rädern ins alte Fachwerkhaus nach Voßhagen

Hückeswagen: Vom Atelier auf vier Rädern ins alte Fachwerkhaus nach Voßhagen
Bernhard Guski (l.) mit Herbert Käferstein aus Köln, seinem ältesten Freund, und Karlheinz Mienert aus Leverkusen mit dem Objekt "Bunter Baum". FOTO: Moll
Hückeswagen. Wer die alte, schwere Fachwerktür öffnet, betritt eine andere Welt. Es riecht nach Tee, Kerzen stehen auf Kaminsimsen, zwischen Plastiken und vor Gemälden. Und als Bernhard Guski die Treppe hinunterkommt, knarzen die Stufen. Ein Besuch in dem gemütlichen Fachwerkhaus des Künstlers und seiner Familie in Voßhagen lohnt sich. Und das wissen die Fans des Künstlers längst.

Zweimal im Jahr öffnet er die Türen - seit 46 Jahren. Dann zeigt Bernhard Guski neue und ältere Aquarelle und Zeichnungen, Plastiken aus Bronze, Holz und Kupfer. Und irgendwie gibt er zu diesen Tagen der offenen Tür auch Einblick in sein Leben. Denn die Besucher schlendern dann zwischen Esszimmer und Wohnraum umher, werfen vielleicht einen kurzen Blick auf die CD-Auswahl, die im Wohnzimmer liegt und entdecken dort die neue Platte der Wasserfuhr-Brüder. Sie scheuen sich nicht, die Stufen in den ersten Stock zu erklimmen, um dort die religiösen Motive um Kreuzigung und Auferstehung zu entdecken. Bilder, die nachwirken.

Sie lassen sich einen Tee und ein Stück Stollen anbieten, schlendern dann weiter in den großen Ausstellungsraum und finden dort noch mehr Impressionen. Zuweilen gerät man in Versuchung, die Hand auszustrecken, um die Finger über die Holz- und Bronze-Statuen wandern zu lassen. Und man möchte sich die Nase platt drücken, an den Bildern mit unzähligen bunten Figuren, um ihre Unterschiedlichkeit zu entdecken. Abstraktes und Konkretes findet der Betrachter. Und vor allem Bäume.

Was ihm in diesem Jahr wichtig gewesen sei? "Es ist die Mahnung zum Frieden", sagt der Künstler. Die findet nicht zuletzt Ausdruck in der neuen Stele auf dem Etapler Platz. Das andere große Thema seiner Kunst ist die Welt selbst in all ihrer Schönheit. "Wir sind jedes Jahr mit dem Wohnmobil unterwegs", erzählt er, "unserem Atelier auf vier Rädern." Wenn er auf dem Weg, der aus Voßhagen führt, das Lenkrad umfasst, dann falle alles von ihm ab. Und in dieser Freiheit entsteht seine Kunst. "Ich bringe viele Skizzen von unseren Reisen mit", sagt er. In diesem Jahr fuhren sie bis Ungarn, bis zum Plattensee. Wer mag, kann diese Reise auf den Weg durch die Ausstellung nachvollziehen.

Viele Besucher nehmen diese Einladung zum Tag der offenen Tür an, kommen vor Bildern und Plastiken ins Gespräch und finden zuweilen das richtige Bild für den noch leeren Platz im heimischen Wohnzimmer. Gestresst habe ihn der Termin zur Winterausstellung gar nicht. "Die beiden festen Daten im Jahr beflügeln mich", sagt er, "denn so kann ich mich nicht drücken."

(resa)
 
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