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Hückeswagen
Von Heinrich Schütz bis in die Moderne

Hückeswagen. Der Pfarrcäcilienchor bietet am 21. November bei seinem Konzertauftritt ein buntes Programm an. Das 16. Jahrhundert ist genauso vertreten wie Chorliteratur des 21. Jahrhunderts. Inga Kuhnert dirigiert den gemischten Chor. Von Wolfgang Weitzdörfer

Normalerweise probt der Pfarrcäcilienchor immer am Donnerstagabend. Anderthalb Stunden, von 20 bis 21.30 Uhr. Nun ist es aber so, dass der Kirchenchor der Katholischen Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt auf die Zielgerade der Vorbereitungen zum Konzert am 21. November eingebogen ist. Deswegen war für Samstag ein ganzer Probentag angesetzt, schließlich müssen die verschiedenen, und durchaus anspruchsvollen, Stücke am Samstag in drei Wochen sitzen. In gemütlicher, aber vor allen Dingen produktiver Atmosphäre waren die 40 Sängerinnen und Sänger ins Gemeindehaus gekommen, um konzentriert auf den großen Tag hinzuarbeiten.

Chorleiterin Inga Kuhnert hat dabei den schwereren Job - sie muss dafür sorgen, dass nicht nur Timing und Töne stimmen, sondern dass die Chormitglieder auch das Lachen nicht vergessen: "Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich die Klangfarbe eines ganzen Chores verändert, wenn die Sängerinnen und Sänger lachen statt eher verkniffen zu gucken", sagt Kuhnert, die den Chor schon seit Ende 2003 leitet. Und sie schafft es, ihre Schützlinge den ganzen Tag über nicht nur zu motivieren, sondern auch tatsächlich lachend singen zu lassen. Der Unterschied ist deutlich zu hören.

Beim diesjährigen Konzert wird, anders als in den vergangenen Jahren, nicht ein großes Werk oder zumindest Werke aus einer Epoche dargeboten. So hatte sich der Pfarrcäcilienchor etwa schon an "Die Schöpfung" von Joseph Haydn oder das "Utrechter Te Deum" von Georg Friedrich Händel gewagt. "Diesmal habe ich gedacht, dass eine musikalische Zeitreise von Heinrich Schütz bis Karl Jenkins doch eine gute Sache wäre", sagt Kuhnert.

Entsprechend abwechslungsreich wird das Programm aussehen: Der große Chor-Literat Heinrich Schütz lebte von 1585 bis 1672 und hat der Welt eine Vielzahl wundervoller Stücke geschenkt. "Herr, auf dich traue ich" heißt jenes, das der Pfarrcäcilienchor präsentieren wird - und es ist gleichzeitig das älteste der Stücke, die Ende November gesungen werden. Weit moderner wird es mit Karl Jenkins. Der walisische Komponist wird nächstes Jahr 72 Jahre und hat mit seinem Stück "Adiemus" ein modernes Stück Chorliteratur geschaffen, das nicht nur im Internet kursiert und rauf- und runtergespielt wird. Zwischen den Polen Schütz und Jenkins spielt sich das ab, was der Pfarrcäcilienchor 2015 im Angebot hat.

Das Programm ist alt, es ist modern, und es schafft damit den Spagat, um für alle Zuhörer etwas Interessantes zu bieten. Dazu kommen Pachelbel, die "Missa Breve" von Léo Delibes und Songs aus dem Hollywood-Hit "Sister Act". Ein bunter Mix.

Die Probenatmosphäre ist in erster Linie eines: hungrig. Die Sängerinnen und Sänger wollen die Stücke so rund schleifen, dass sie am 21. November bestmöglich klingen, das ist deutlich zu merken. Und da wird dann auch auf Hilfe von außen gesetzt: Stimmbildung ist nicht nur eine ganz besondere Bildung, sie will auch trainiert werden.

Deswegen war Hae Min Geßner engagiert worden. Die Sopranistin aus Remscheid gibt am Vormittag jeder Stimmlage Einzelunterricht. Und legt, genau wie Kuhnert, besonderen Wert auf das Lachen beim Singen: "Wenn aus den Wangen Wachteleier werden, dann klingt der Ton rund", sagt Geßner und spielt darauf an, dass ein lachendes Gesicht viel schöner singt. Ob dann am 21. November nur lachende Gesichter singen - das müssen die Hückeswagener dann schon selbst überprüfen.

Quelle: RP
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