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Hückeswagen
Vorschlag: Ratssaal statt Heimatmuseum

Hückeswagen: Vorschlag: Ratssaal statt Heimatmuseum
Nach einer aufwendigen Sanierung und Renovierung erstrahlt das Hückeswagener Heimatmuseum im Schloss seit März 2016 in neuem Glanz. Auch mit Fördermitteln des Landschaftsverbandes ist ein völlig neues Museumsgefühl entstanden. Jetzt steht der Standort zur Diskussion. FOTO: jürgen moll (archiv)
Hückeswagen. Der Ratssaal im Rathaus braucht einen zweiten Rettungsweg. Nachdem der Bauausschuss drei Möglichkeiten vorgestellt bekam, stellt die Verwaltung für die Sitzung am Donnerstag nun die vierte Alternative vor - mit großen Konsequenzen. Von Joachim Rüttgen

Dieser Vorschlag der Verwaltung und des Regionalen Gebäudemanagements für die Sitzung des Ausschusses für Bauen und Verkehr am Donnerstag wird für Diskussionsstoff sorgen. Unscheinbar unter Punkt 10 der Tagesordnung in öffentlicher Sitzung erscheint das Thema "Sachstandsbericht Ratssaal - fehlender 2. Rettungsweg". Dahinter verbirgt sich in den Erläuterungen die vierte Alternative für einen zweiten Rettungsweg im Ratssaal im Rathaus. Die sieht vor, den Sitzungssaal im Obergeschoss in den darunterliegenden Museumsraum des Heimatmuseums im Erdgeschoss zu verlegen. "Hierbei ist der Fortfall des Heimatmuseums unumgänglich", heißt es dort.

Die Verwaltung räumt in der Beschlussvorlage ein, dass auch bei dieser Lösung ein zweiter baulicher Rettungsweg installiert werden muss, der auch brandschutztechnische Auflagen erfüllen muss. Die Kosten seien aber gegenüber der Lösung im Obergeschoss erheblich niedriger. Und aufgrund des erforderlichen Bauantrags für die Nutzungsänderung müssten auch die Rettungswege innerhalb des Rathauses ertüchtigt werden.

Die Kosten für eine Optimallösung seien noch nicht bezifferbar, dennoch wurden im Haushalt zunächst 900.000 Euro eingestellt. In diesem Betrag ist auch die Brandschutzertüchtigung für die beiden Treppenhäuser im Hauptflügel des Schlosses enthalten.

Bürgermeister Dietmar Persian sieht in der vierten Alternative nur einen Vorschlag - "nicht mehr und nicht weniger", sagte er. Eine weitere Lösung könnte sein, den Sitzungssaal im Schloss nicht mehr zu nutzen. Ihm sei es wichtig, dass alle Vor- und Nachteile der Möglichkeiten auf den Tisch kommen. "Das ist sicher mit Einschnitten verbunden", sagte Persian. Aber es sei überhaupt noch nichts entschieden. Falls die vierte Alternative umgesetzt werde, sei das Museum künftig aber nicht mehr komplett in der bisherigen Form nutzbar. Es würde sich einiges verändern, zumal das Museum auch Veranstaltungsort sei, zum Beispiel für die Schlosskonzerte. "Und ich sage es auch deutlich: Die jetzt im Fachausschuss vorgelegte vierte Alternative ist nicht meine Präferenz", erklärte Persian. Der Bürgermeister spricht sich für die Lösung aus, bei der der Saal über ein innenliegendes Treppenhaus erreicht werden kann. Das sei zwar die teuerste Lösung, aber die Verwaltung halte sie für richtig. "Ich finde die ganze Geschichte nicht schön, weil sie sehr teuer und aufwendig ist, aber die jahrzehntelang praktizierte Lösung, die immer funktioniert habe, sei nicht mehr möglich, es müsse sich was ändern.

Ungläubig reagierte Iris Kausemann, Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins, und des Vereins "Bergische Zeitgeschichte". "Das ist nicht Ihr Ernst?", fragte sie und bezeichnete die vierte Alternative als "verheerend". Fürs Museum sei das schlimm, "zumal das Museum auch unser Veranstaltungsraum ist", sagte sie. Klar, die Verwaltung müsse alle Wege prüfen, aber sie stimme vehement gegen die vierte Alternative - gerade vor dem Hintergrund, dass das Museum vor zwei Jahren auch mit Mitteln des Landschaftsverbandes aufwendig saniert worden sei. "Da sind öffentliche Gelder geflossen, das müsste man hinterfragen, wenn das Museum dann komplett wegfällt", sagte sie. Aber sie glaube nicht daran, dass sich die vierte Alternative durchsetze.

Quelle: RP
 
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