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Hückeswagen
Vorsicht vor dubiosem Gewerberegister

Hückeswagen. Die Masche ist immer die gleiche: Da schickt ein Unternehmen ein behördlich aussehendes Schreiben mit - wie auch in diesem Fall - einem Wappentier darauf, das entfernt an den Bundesadler erinnert. Gewerbetreibende sollen sich dann in ein bestimmtes Register eintragen lassen, doch das Ganze kostet mehrere hundert Euro. Das erschließt sich jedoch erst im Kleingedruckten. Und wirklich Sinn hat dieser Eintrag nicht, ist er doch - anders als etwa das Telefonbuch oder die Gelben Seiten - kaum öffentlichkeitsrelevant.

Ein Hückeswagener Geschäftsmann erhielt jetzt dubiose Post von einer Firma namens Europe Reg Services, wie Roland Kissau vom Ordnungsamt gestern mitteilte. Ihre Leipziger Zweigstelle übernehme seit der internen Auflösung dezentraler Gewerbeverzeichnisse die Abwicklung der Gewerbeverzeichnisse in der Bundesrepublik, heißt es in de Anschreiben. Bis zum 8. März soll das beigefügte Formular ausgefüllt und zurückgeschickt werden - das immerhin kostenfrei. Dass dieser Eintrag aber eine dreijährige Bindung an das Unternehmen bedeutet, wird erst im Kleingedruckten deutlich - und ist bei 348 Euro zuzüglich der Umsatzsteuer pro Jahr zudem ein teures "Vergnügen".

"Es handelt sich um ein Schreiben, das von der Aufmachung und vom Inhalt her offiziellen Charakter hat", betonte Kissau. "Allerdings handelt es sich tatsächlich wieder um ein rein privates Gewerbeverzeichnis, das keinerlei öffentliche Aufgaben übernimmt." Er verweist darauf, dass es sich um keine amtlichen Schreiben handelt und auch keinerlei rechtliche, gesetzliche Verpflichtung zur Unterzeichnung und Rücksendung besteht.

Auch in Erkelenz hat die dortige Stadtverwaltung Kenntnis von einem solchen Schreiben dieses Unternehmens erhalten, wovon sie sich ausdrücklich distanziert, wie auf ihrer Internetseite zu lesen ist. Die Stadt will ebenfalls eine entsprechende Warnung auf ihre Homepage stellen.

Diese Masche geht in die gleiche Richtung wie die der Verantwortlichen der sogenannten Gewerbeauskunfts-Zentrale. Auch von der waren in den vergangenen Jahren immer wieder Gewerbebetriebe angeschrieben worden. Das Ordnungsamt hatte nach Eintreffen der Briefe immer wieder gewarnt: "Wer auf das Schreiben eingeht und das Kleingedruckte nicht liest, auf den kommt eine ,saftige' Rechnung zu." Die Verantwortlichen bei der Stadt raten, die Finger davon zu lassen.

(büba)
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