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Serie Leckerer Advent
Weihnachtsbäckerei im Berufskolleg

Serie Leckerer Advent: Weihnachtsbäckerei im Berufskolleg
Schüler backen gemeinsam Plätzchen im Berufskolleg in Wermelskirchen (v.l.): Anna Hoff (17) aus Hückeswagen, Stephan Weishaupt (33) aus Wermelskirchen und Nastasia Kliche (17) aus Radevormwald. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Angehende Kinderpfleger lernen in ihrer Ausbildung auch den Umgang mit Mehl, Backblech und Kochlöffel. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es geht zu wie in der oft besungenen Weihnachtsbäckerei: Mit Haarnetz und Schürze angetan, wuseln 13 junge Leute durch die Küche im Berufskolleg Bergisch Land in Wermelskirchen. Sie backen jede Menge verschiedener Weihnachtsplätzchen. Cornelia Müller ist Hauswirtschaftslehrerin und hilft den Auszubildenden der Kinderpflege dabei, die Kekse so herzustellen, dass sie das später mit ihren kleinen Schützlingen auch selber machen können: "Eigentlich ist die Klasse doppelt so groß, aber aus Platzgründen haben wir sie aufgeteilt: Die eine Hälfte backt am Vormittag Plätzchen, während ihre Mitschüler Werkunterricht haben. Am Nachmittag läuft es umgekehrt."

Unter den Schülern sind auch Anna Hoff aus Hückeswagen, Nastasia Kliche aus Radevormwald und Stephan Weishaupt aus Wermelskirchen. Die drei sehen die Kinderpfleger-Ausbildung in erster Linie als Sprungbrett für ihr weiteres Berufsleben. Dabei hat vor allem Schülersprecher Weishaupt mit seinen 33 Jahren schon einiges vorher gemacht, bevor er sich für einen kompletten beruflichen Neustart entschieden hat: "Ich habe eigentlich Holzbearbeiter gelernt, als solcher aber nie gearbeitet. Ich bin zehn Jahre als System-Administrator tätig gewesen", sagt der 33-Jährige, der sich auf der Suche nach seinem Traumjob befindet - nicht nur, weil er vom IT-Bereich die Nase voll hatte. "Ich konnte mir auch im Privatbereich vorstellen, Kinder zu haben, und da kam die Idee, eventuell die Ausbildung zum Erzieher zu machen." Voraussetzung dafür ist die Kinderpflegeausbildung. Auch die 17-jährige Anna Hoff möchte danach weitermachen: "Ich würde gerne Heilerziehungspflegerin werden. Ich arbeite sehr gerne mit Kindern - eine Vorausbildung ist auch hierfür nötig", sagt die Hückeswagenerin. Gleiches gilt für die ebenfalls 17-jährige Nastasia Kliche; sie tendiert jedoch in Richtung Erzieherin oder Krankenschwester: "Ich bin da ein wenig familiär vorgeprägt, mir war schon lange klar, dass ich etwas in diesem Bereich machen will", sagt die Radevormwalderin.

Doch jetzt steht erst einmal das Backen im Rahmen der Kinderpflegeausbildung an. Und das macht den Schülern augenscheinlich richtig Spaß. "Wir werden das auf jeden Fall in unseren jeweiligen Praxis-Familien umsetzen", sagt Hoff. Denn es ist Teil der Ausbildung, in Familien mit Kindern tageweise zu arbeiten und das in der Theorie erlernte Wissen in der Praxis umzusetzen. "Wichtig ist vor allem, dass wir alle für uns Großen selbstverständlichen Tätigkeiten, vor allem auch am heißen Backofen oder wenn wir mit scharfen Gegenständen arbeiten, kindgerecht umsetzen können", betont Weishaupt. Das wird dann auch in sogenannten Angeleiteten Tätigkeiten (AT), einer Art schriftlicher und praktischer Prüfung, die die Schüler in verschiedenen Bereichen ableisten müssen, penibel abgefragt, sagt auch Kliche: "Wir müssen das ganz genau aufschreiben und als theoretischen Teil der AT einreichen."

Aber nicht alle müssen das Backen als AT absolvieren, in den Familien werden die Schüler auf jeden Fall Weihnachtsplätzchen backen: "In meiner Familie wird in der Adventszeit immer die große Wachsdecke auf den Wohnzimmerboden ausgebreitet und dann im großen Stil ausgestochen und gebacken. Das wird bestimmt ein Heidenspaß", schmunzelt Weishaupt.

Im Kurs von Cornelia Müller werden mehrere Kekse gebacken: "Wir machen Engels-Augen, Nussecken, kleine Hexenhäuschen und Vanillekipferl. Und zum Trinken bereiten wir Gewürztee zu", zählt Hoff auf.

Entscheiden, welche Plätzchen ihnen am besten schmecken, können sich nicht alle der drei Nachwuchs-Kinderpfleger: "Ich könnte mich nicht für einen Keks entscheiden. Ich backe insgesamt einfach gerne, weil mir alle so gut schmecken", sagt Weishaupt, wohingegen Kliche sich immerhin auf die Vanillekipferl, die Hexenhäuschen und die Engels-Augen beschränken möchte. Für Hoff ist es hingegen klar: "Meine liebsten sind die Engels-Augen, keine Frage", sagt die 17-Jährige lachend, ehe sie mit ihren drei Mitschülern wieder an die Arbeit geht. Schließlich ist noch eine ganze Menge zu erledigen, ehe die fertigen Plätzchen am Ende des Kurses unter allen Schülern aufgeteilt werden können.

Quelle: RP
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