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Hückeswagen
Weinfest zwischen Regen und Sonne

So schön war das Weinfest am Schloss
So schön war das Weinfest am Schloss FOTO: Michael Sch�tz
Hückeswagen. Durchwachsen war das Wetter am Wochenende beim elften Weinfest, wobei die Temperaturen frühsommerlich warm waren. Die Hückeswagener Weinfreunde ließen sich selbst vom Hagel am Freitagabend nicht aus der Ruhe bringen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Plötzlich nicht mehr nur Regen, der vom insgesamt unschön wolkenverhangenen Wochenend-Himmel kommt: Ein waschechter Hagelschauer prasselt am frühen Freitagabend auf die Schloss-Stadt herunter. Zu diesem Zeitpunkt ist der Schlossplatz bereits proppenvoll, das elfte Weinfest ist in vollem Gange. Das Akustik-Duo "Gentile" aus Köln kommt mit Songs von Cat Stevens, den Beatles oder Simon & Garfunkel bestens an. Und dann kommt der Hagel. Die Hückeswagener Weinfreunde bringt das aber nicht aus dem Konzept. Im Gegenteil, da wird sich einfach schnell in Sicherheit unter die Vordächer der sechs Winzerstände und der Schirme geflüchtet, abgewartet - und als das kurze Unwetter vorüber ist, weitergefeiert, als sei nichts gewesen.

Über diese typisch bergische Gelassenheit im Umgang mit der Witterung freut sich auch Anne Mesenhöller vom Organisationsteam des Weinfests. "Das war richtig schön zu sehen, wie unkompliziert das abgelaufen ist", sagt Mesenhöller, die mit ihrem Team zum ersten Mal für den Ablauf des beliebten dreitägigen Events verantwortlich war. Und nachdem es am Samstagnachmittag ebenfalls kurz und kräftig geschauert hat, sagt sie: "Das soll es dann hoffentlich für heute auch gewesen sein." Frei nach dem Motto "Hinfallen, aufsteh'n und Krönchen richten", sei man da verfahren, wie sie lachend bestätigt: "Wir haben einfach alles wieder trocken gemacht und dann konnte es auch schon weitergehen." Leider ist es nicht dabei geblieben.

Vom Wetter lenkt der schöne Anblick des Schlosses ab: In der Mitte vor dem Brunnen stehen sie: mehrere Reihen Bierbänke, daneben kleinere Rundtische und Bistrotische zum Stehen. Die Stände der Winzer, die teils seit mehreren Jahren dabei sind, teils sogar schon seit dem ersten Fest, stehen im Kreis darum. Dazu gibt es köstlich duftenden Elsässer Flammkuchen: "Das ist das beste Essen zu gutem Wein", sagt Mesenhöller da. Bei ihrer Weinfest-Premiere ist es ihr und ihrem Team wichtig, die gewohnte Atmosphäre zu bieten: "Wir wollen es auf keinen Fall kommerzialisieren", betont die Organisatorin.

Winzer Georg Schmitz aus Ürzig/Mosel ist auch da, zum fünften Mal ist er in der Schloss-Stadt: "Es sind viele Stammgäste hier, die auch das unbeständige Wetter nicht abhält. Natürlich ist der schöne Hintergrund mit dem Schloss als Kulisse für sich betrachtet schon ein Grund herzukommen", sagt Schmitz. Aber das sind natürlich auch die köstlichen Weine, die die Winzer im Angebot haben.

Man kennt sich untereinander, da sei kein Konkurrenzdenken, "es ist ein Miteinander und kein Gegeneinander", betont der Winzer von der Mosel: "Wenn man gemeinsam ein Weinfest feiern will, dann muss man dabei auch an einem Strang ziehen." Er kenne Hückeswagen nicht nur im Sommer: "Ich war auch beim Weihnachtsmarkt hier, dem Hüttenzauber." Und auch da seien seine Winzer-Glühweine richtig gut angekommen. "Ich habe hier viele Kontakte, Hückeswagen ist ein sehr fruchtbarer Boden für mich, aber auch für meine Kollegen."

An allen drei Weinfesttagen hat es Live-Musik gegeben: Am Samstagabend hat Annika Schmidt aus Wermelskirchen bekannte Schlagertöne präsentiert; erstmals hat es auch am Sonntag handgemachte Musik gegeben - die Bands "N.4, millstreet" und "Seamróg" sorgen am Sonntag mit schottischer und irischer Folklore für Stimmung.

Quelle: RP
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