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Hückeswagen
Weniger Blut trotz vieler treuer Spender

Hückeswagen: Weniger Blut trotz vieler treuer Spender
Im Beisein der stellvertretenden Bürgermeisterin Cornelia Päper (stehend, 7. v. r.) ehrte das DRK im Hotel Kniep 15 Jubiläums-Blutspender. FOTO: Hertgen
Hückeswagen. 15 Hückeswagener, die 25-mal oder mehr Blut gespendet haben, wurden am Donnerstagabend im Hotel Kniep vom DRK-Kreisverband Oberberg ausgezeichnet. So etwa Rolf Bangert (73), der bereits 125 Mal zur Ader gelassen wurde. Von Stephan Büllesbach

Während in den Großstädten nur wenige Menschen zur Blutspende kommen, ist das "auf dem Land" anders. Hier ist die Blutspendefreudigkeit noch hoch; das zeigte sich einmal mehr bei der feierlichen Ehrung von 15 Spendern aus der Schloss-Stadt im Hotel Kniep. Sie hatten 25-, 50-, 75-, 100- und sogar 125 Mal Blut gespendet. Insgesamt hatte das DRK 29 Jubilare eingeladen, doch nur etwa die Hälfte konnte es einrichten, sich die Auszeichnung und das Dankeschön persönlich abzuholen.

Danke zu sagen ist für das Rote Kreuz immer sehr wichtig. Ist es doch nicht selbstverständlich, dass sich Freiwillige zur Ader lassen - und das auch noch regelmäßig und so häufig. In ländlichen Regionen klappt das auch noch einigermaßen gut, wobei DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Braun Sorgenfalten auf der Stirn stehen: "Wir haben große Sorgen, denn die Zahl der Blutspender nimmt auch in Oberberg stark zurück."

Bei 21.000 im Jahr hatten sie bereits gelegen, im vorigen Jahr waren es nur noch rund 20.000 Blutkonserven, die die Teams der Blutspendezentrale West in Breitscheid mitnehmen konnten. Bei der Blutspender-Ehrung im Januar 2015 hatte Braun noch darauf gehofft, dass der Trend wieder nach oben geht. Doch er hat sich geirrt: "Wir sind jetzt nur noch bei 18.000 - damit ist die Versorgung der Krankenhäuser gefährdet", unterstrich er.

Zusätzlich bereiten ihm zwei Umstände Sorgen - die Erkältungswelle in Deutschland, weswegen es weniger Blutkonserven gibt, und die bevorstehende Karnevalszeit, in der vermehrt Spenderblut benötigt wird. Der Kreisgeschäftsführer appellierte daher an alle, die gesund sind, einmal in sich zu gehen: "Vielleicht ist die Blutspende ja doch etwas für sie." Auch hofft er, dass ehemalige Blutspender in naher Zukunft reaktiviert werden können.

Für Rolf Bangert stellt der regelmäßige Aderlass kein Problem dar - seit 42 Jahren geht der heute 73-Jährige zur Blutspende. Und das vier-, fünfmal im Jahr und auch in Nachbarstädten wie Wermelskirchen oder Wipperfürth.

Der frühere Universalfräser erinnert sich noch gut an seine Premiere: "Meine Frau war schwanger. Sie wusste ihre Blutgruppe, ich nicht", erzählt Bangert. Daher sei er damals zur Blutspende gegangen, wo die Blutgruppe dann automatisch ermittelt wird. Auch er appelliert, Spenderblut zur Verfügung zu stellen: "Schließlich kann man selber mal in die Lage geraten, Blut zu benötigen."

Rolf Braun und Jörg Harte von der Blutspendezentrale überreichten den 15 Blutspendern jeweils ein DRK-Badetuch, eine Urkunde und einen 20-Euro-Gutschein der Werbegemeinschaft, die der Ortsvorsitzende Hans-Peter Propach organisiert hatte. Zudem gab's ein Abendessen.

Quelle: RP
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