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Hückeswagen
Weniger Einbrüche in der Schloss-Stadt

Hückeswagen. Hückeswagen profitiert davon, weiter von den Autobahnen entfernt zu sein, als etwa Radevormwald. Dort schlagen Einbrecher immer häufiger zu. Auf dem Einbruchsradar ist jede Woche online einsehbar, wo die Schwerpunkte liegen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Seit Anfang des Jahres gibt es mit dem Einbruchsradar bundesweit für jeden die Möglichkeit, auf der Internetseite der jeweiligen Kreispolizeibehörde auf einer Karte die zur Anzeige gebrachten Einbrüche in der jeweils vergangenen Woche einzusehen. Diese sind mit virtuellen Nadeln markiert und zeigen damit auf, wo Einbrecher erfolgreich am Werk gewesen sind. "Das Angebot ist für die Bürger wichtig, da sie so sehen können, wo und ob sich in ihrer Wohngegend die Wohnungseinbrüche häufen", sagt Polizei-Sprecher Michael Tietze.

Aber natürlich sei es auch für die Ermittlungen der Beamten ein wichtiges Werkzeug. "Die Grundlage für unsere Ermittlungen ist das gleiche Programm, das online für die Bürger einzusehen ist. Es ist sehr sinnvoll, so eventuelle Schwerpunkte feststellen zu können", sagt Tietze. Allerdings könnten die ermittelnden Beamten zusätzlich auf die kompletten Daten der Opfer zugreifen sowie die Tatorte auf der Karte näher heranzoomen.

Dabei können sich die Hückeswagener noch glücklich schätzen. Denn hier wird im Vergleich zum restlichen Kreis, aber auch zur Nachbarstadt Remscheid vergleichsweise wenig eingebrochen: Nur vier Anzeigen hat es im ersten Halbjahr gegeben, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 14. In der Nachbarstadt Radevormwald ist es genau andersherum: Acht Anzeigen wegen Wohnungseinbruchs gab es im ersten Halbjahr 2015, in diesem Jahr waren es jedoch schon 23. Im Oberbergischen Kreis ist die Zahl leicht gesunken: 326 Einbrüche vom 1. Januar bis 12. August 2015 gegenüber 286 Einbrüchen im gleichen Zeitraum 2016.

Ein Hauptgrund dafür, dass Hückeswagen von Einbrechern eher verschont bleibt, sieht die Polizei in der weiten Entfernung zu den Autobahnen. "Denn die nutzen vor allem organisierte Banden, die teils von weit her anreisen, schnell einbrechen und ebenso schnell wieder über die Autobahn verschwunden sind", sagt der neue Wipperfürther Wachleiter Jürgen Dzuballe. Der Einbruchsradar sei diesbezüglich eher vernachlässigbar, sagt Tietze. "Das Werkzeug soll sensibilisieren, aber es kann keine Einbrüche verhindern", sagt er.

Ein weit verbreiteter Irrtum, der durch Zahlen recht eindeutig widerlegbar sei, ist die Annahme, dass die Hoch-Zeit der Haus- und Wohnungseinbrüche die Sommerzeit ist. "Natürlich sind da viele Bürger im Urlaub, und Häuser und Wohnungen stehen oft für mehrere Wochen leer", sagt Tietze. Aber die tatsächlich höheren Fallzahlen seien durchgängig und bundesweit in der dunklen Jahreszeit auszumachen, also vor allem im Herbst und Winter.

Der Grund sei logisch. "Wenn es draußen dunkel und düster ist, kann der Einbrecher sich viel besser verstecken und unentdeckt handeln", erläutert der Polizei-Sprecher. Im Sommer seien zudem viel mehr Nachbarn im Garten, es bleibe lange hell - und die Gefahr, entdeckt zu werden, sei höher.

Quelle: RP
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