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Hückeswagen
Wenn Musik keine Grenzen kennt

Hückeswagen. Die Chorgemeinschaft Straßweg konzertierte mit Gästen aus Herbringhausen im Forum. Von Franz Mostert

Das Format "Männerchor-Konzerte" hat sich in Hückeswagen spürbar reduziert. Im Jahresprogramm des Stadtkulturverbandes nahm bis vor einigen Jahren eine Vielfalt dieser Chöre noch eine maßgebende Stellung ein. Inzwischen ist das entsprechende Vereinswesen musikbegeisterter Sänger zurückgegangen. Umso mehr kommt Freude auf, wenn, wie im Fall der Chorgemeinschaft Straßweg, Ergebnisse zielbewusster Probenarbeit noch so viel Publikumszustimmung wie am Samstagabend im Forum erlebt. Der Chor von der Hückeswagener Peripherie profitiert bereits seit 16 Jahren von der profunden Kompetenz einer charmanten Dirigentin. Petra Rützenhoff-Berg, am Samstag in frühlingsbetonter, fußlanger Robe, ist in zweierlei Hinsicht für die Straßweger Sänger ein Glücksfall. Zum einen lebt sie dort von gegenseitiger Akzeptanz, zum anderen zeigt sie sich, was Rützenhof-Bergs Begleitpart am Klavier angeht, als unverzichtbare instrumentale Stütze.

In allen vier Stimmlagen ausgeglichen besetzt, positionierte sich am Samstag die Chorgemeinschaft Straßweg mit 19 Sängern auf der Forum-Bühne. Mit sechs Chorwerken erwies das bemerkenswerte Ensemble dem selbstgewählten Konzerttitel "Musik kennt keine Grenzen" seine Reverenz.

Durchgehend mit Flügel-Begleitung und mit zeitgemäßen Texten unterlegt, servierten die Straßweger Otto-Groll-, Kristina-Bach- und Hannah-Haller-Songs, kamen mit "Traum vom Glück" nicht an Brahms vorbei und streiften mit dem Ohrwurm "Atemlos" die Masche der Trendsetter. Dazu, und grenzenlos zum Teil solistisch eingebunden, waren die Konzertbesucher von Straßwegs religiöser Chorkunst berührt. Der befreundete MGV Niegedacht Herbringhausen, ebenfalls unter Petra Rützenhoff-Bergs Leitung, brachte die Höhner ins Spiel und blieb an der Spitze der Zeit mit Carpendale und Maffay. "Udo Jürgens war für mich einer der Herausragendsten in seinem Metier" meinte die Kapellmeisterin und ließ "Merci Cherie" erklingen. Die 23 Herbringhausener liegen hörbar so ganz auf der Linie des gastgebenden Chores.

Dann wurde es grenzenlos laut. Mit zwölf Trompeten, zwei Posaunen, Keyboards und Schlagzeug, zumeist unisono, kam so etwas wie Fortissimo-Festzeltstimmung auf. Mit querbeet ausgesuchtem Programm animierte ein Wupper-Musik-Corps zum Mitklatschen, zeitweilig sogar zum Schunkeln. Hier war der musikalische Kontrast angesagt.

An früher so großartigen Männerchorkult erinnerte in 42-stimmiger Klangstärke Edvard Griegs "Landerkennung". Das war genau das, was vor Zeiten von den Plätzen hob. Zum Finale eines langen Abends gab es zugabenträchtig ein Cohen-"Hallelujah".

Quelle: RP
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