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Hückeswagen
Wenn "Turtles" auf "Piraten" treffen. . .

Hückeswagen: Wenn "Turtles" auf "Piraten" treffen. . .
FOTO: Moll Jürgen
Hückeswagen. Die Hückeswagener Sportlandschaft ist um eine Kuriosität reicher: Nach dem Sommerbob werden am Wochenende die "Pflitsch Open" im Segway-Polo ausgetragen. Sechs Teams, darunter eins aus England, treten auf dem Sportplatz an. Von Stephan Büllesbach

Die Pferde bleiben bei dieser Sportart im Stall, auch wenn sie der eine oder andere Sportfan eben nur mit den Vierbeinern kennt. Vor allem bei Briten und Argentiniern und nicht zuletzt auch bei Blaublütern und Jet-Settern ist Pferde-Polo beliebt. Da ist die Segway-Variante doch ein wenig anders. Wobei die Spielweise - ein Ball muss mit einem Schlagstock in ein Tor bugsiert werden - durchaus vergleichbar ist.

Wie diese kuriose, erst seit rund 14 Jahren betriebene Sportart aussieht, davon können sich die Zuschauer am Wochenende einen Eindruck verschaffen. Denn bei den "Pflitsch Open 2016" werden an beiden Tagen sechs Mannschaften um den Titel spielen - fünf aus Deutschland und ein Team aus England (siehe Infokasten). Der Spielmodus ist "Jeder gegen Jeden". Mit Spielpausen und einer Pause zwischen den Begegnungen wird jede Stunde eine Partie ausgetragen.

Im Hauptberuf ist Dr. Martin Lechner Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei Pflitsch, seit zwölf Jahren fährt er Segway, und vor fünf Jahren wurde der Österreicher vom Segway-Polo-Virus regelrecht infiziert. Lechner spielt in Lohmar bei den "X-Turtles" - einem von zwei Teams. Und er war es auch, der die Pflitsch-Geschäftsführung davon überzeugen konnte, auf dem Kunstrasenplatz an der Schnabelsmühle ein Segway-Polo-Turnier auszurichten.

"Hückeswagen war schon immer eine Stadt, die ungewöhnliche Sportarten willkommen heißt", sagt Roland Lenzing, geschäftsführender Gesellschafter, mit Blick auf die Sommerbob-Rennen. Er zeigt sich sicher, dass am Wochenende viele Zuschauer begrüßt werden können, die sich für Segway-Polo begeistern. Mathias Stendtke, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter, ist schon selbst beim Training mitgefahren: "Das hat Spaß gemacht und hat wirklich Suchtpotenzial."

Olaf Funke, Inhaber und Geschäftsführer der Lohmarer Firma Funky-Sign und Vorsitzender von SegwayPolo Deutschland, hatte mit den "Funky Move Turtles" den ersten deutschen Segway-Polo-Verein gegründet und die Sportart in Deutschland etabliert. "Da wir 2016 das erste Turnier in Hückeswagen ausrichten, muss sich die Stadt als Veranstaltungsort erst einmal bei den internationalen Teams etablieren", berichtet er. Geplant ist aber, per Livestream das Turnier online nach Kalifornien zu übertragen, wo der Sitz des Internationalen Segway-Polo-Verbands (ISPA) ist. Funke: "Wenn beispielsweise die amerikanischen Teams sehen, was für eine tolle Veranstaltung wir hier umgesetzt haben und dass die Hückeswagener ein Herz für Segway-Polo haben, bin ich mir sicher, dass wir die Anzahl der international teilnehmenden Teams bei zukünftigen Turnieren maßgeblich steigern können."

Die Firma Pflitsch als Veranstalter hat noch zwei weitere Sponsoren mit ins Boot geholt - die Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen und die Bergische Energie- und Wasser-GmbH (BEW), die die Segways mit Strom versorgen und eine Trinkwasser-Bar für die Spieler zur Verfügung stellen. Thomas Palus, Vorstand der Sparkasse, freut sich auf das kommende Wochenende: "Segway-Polo ist eine neue attraktive Sportart, mit der Hückeswagen mal wieder über die Ortsgrenzen hinaus punkten wird."

Und auch Dr. Martin Lechner ist schon voller Vorfreude. Dabei sind seine sportlichen Ambitionen nicht sonderlich hoch gesteckt, da er "nur" in der zweiten Lohmarer Mannschaft spielt. "Für die ,X-Turtles' hat der Turniersieg nicht die Priorität", versichert er. "Ich hoffe, wir haben alle viel Spaß. Auch wenn wir nur Letzter werden sollten." Und er hofft, dass sich die "Pflitsch Open" als Hückeswagener Sportveranstaltung etablieren werden.

Quelle: RP
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