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Frank Jeschke (oh Larry)
"Werden Gesetze missachtet, hört der Spaß auf"

Hückeswagen. Hückeswagen Es ist ein Trend, der aus den USA nach Europa herübergeschwappt ist: Seit einiger Zeit sorgen auch hierzulande sogenannte Horrorclowns in furchterregender Verkleidung für Angst und Schrecken. Teilweise sind die Clowns bewaffnet, es hat sogar schon Verletzte bei Zwischenfällen in Gelsenkirchen gegeben. Der Hückeswagener Frank Jeschke ist ein ganz anderer Clown - er ist in der Region als Kinderclown "Oh Larry" unterwegs und bekannt. Im Gespräch mit unserer Redaktion macht Jeschke deutlich, was er von den "Horrorclowns" hält und was für ihn einen echten Clown ausmacht.

Herr Jeschke, kann es eigentlich einen "Horrorclown" geben?

Jeschke Das ist ein Widerspruch in sich. Eine Clownsfigur ist historisch gesehen zwar schon derjenige, der die Leute aus dem Alltag herausreißt. Aber ein Clown ist auch eine Figur, die immer wieder missbraucht wird. Das fängt schon damit an, dass im Einkaufszentrum einer als Clown verkleidet Werbezettel verteilt und reicht bis Ronald McDonald, dem McDonald's-Clown.

Was sagen Sie zu dem Phänomen der "Horrorclowns"?

Jeschke Das sind für mich keine Clowns. Das ist weder lustig noch unterhaltsam. Wobei jeder natürlich seinen Spaß anders definiert und die Clownsfigur vielleicht in manchen Familien eine erschreckende sein kann. Ich treffe bei meinen Auftritten immer wieder auch auf Kinder, die Angst vor Clowns haben. In vielen Fällen gelingt es mir, die Kinder mit meinem Spiel zu begeistern.

Sollte man gegen die "Horrorclowns" vorgehen oder erledigt sich das von selbst?

Jeschke Das Verhalten dieser "Clowns" spielt sich sicherlich in einem Grenzbereich zur Kriminalität ab. Aber darf man jemandem verbieten, als Clown verkleidet durch die Gegend zu gehen? Die Freiheit muss man hochhalten. Wenn aber jemand mit einem Baseballschläger in eine Pizzeria geht und auf den Tisch klopft, ist das sicher nicht mehr vertretbar. Und auch wenn Körperverletzung im Spiel ist, muss die Polizei einschreiten.

Was macht für Sie einen echten Clown aus?

Jeschke Ein Clown ist für mich eine Kunstfigur, die nach ganz strengen Regeln gestaltet ist. Er ist eine sehr einfühlsame Figur, die die Realitäten erkennt und ins Absurde führt. Ein Clown hält der Gesellschaft einen Spiegel vor, in dem jeder sich selbst erkennt - und darüber lachen kann. Ein Clown hat sehr viel mehr Facetten als die des "dummen August". Für mich ist es eine sehr intelligente und vielschichtige Figur.

Was würden Sie machen, wenn Ihnen ein "Horrorclown" auflauert?

Jeschke Keine Ahnung (lacht). Ich kann jeden verstehen, der dem "Horrorclown" eins auf die Nuss hauen möchte. Aber Gewalt ist natürlich keine Lösung. Es geht teilweise schon in den Bestand einer Straftat hinein, deswegen würde ich wohl die Polizei rufen und versuchen, den "Horrorclown" festzuhalten. Es ist aber einfach eine Welle, die vor Halloween nach Europa schwappt. Halloween hat hierzulande lange nicht die Bedeutung wie etwa in Großbritannien oder Irland. Daher sollte man das nicht pauschalisieren. Wenn jedoch Gesetze missachtet werden, hört der Spaß auf.

WOLFGANG WEITZDÖRFER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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