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Hückeswagen
Wichtige Hilfe für das "System Familie"

Hückeswagen: Wichtige Hilfe für das "System Familie"
Leiter Sascha Viehoff mit Carolin Brauch und Peter Sperling (v. l.) im neuen Therapieraum für Kinder. FOTO: Moll
Hückeswagen. Mit einem neuen niederschwelligen und individuellen Beratungsangebot will das Jugend- und Sozialwerk Gotteshütte Familien mit Problemen helfen. Gestern wurden die Beratungsräume in der Bongardstraße offiziell eröffnet. Von Wolfgang Weitzdörfer

Vater-Mutter-Kind, das Zusammenleben zwischen Eltern und Kindern - der gesamte Wertekosmos rund um das System "Familie" unterliegt in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einem ständigen Wandel. Das, was früher richtig war und von den Eltern eingefordert wurde, hat heute keinen Bestand mehr. Dass das nicht zwangsläufig in gut und schlecht eingeteilt werden kann, ist klar. Leider klappt es dann aber eben mit dem Zusammenleben der Familie in einem Haus nicht immer so gut und reibungslos, wie man sich das wünscht. Häufig schaltet sich dann das Jugendamt ein. Aber die Mitarbeiter dort können auch nicht jedes Problem lösen, manche Probleme sind tief verwurzelt und brauchen Zeit, um gelöst zu werden. An dieser Stelle kommen Carolin Brauch und Peter Sperling vom Jugend- und Sozialwerk Gotteshütte ins Spiel. Am gestrigen Vormittag wurde die neue Beratungsstelle "Lösungswege" an der Bongardstraße 16 in Hückeswagen eröffnet.

"Wir haben ein sehr niederschwelliges und individuelles Angebot in der Beratungsstelle geschaffen. Wichtig ist uns vor allem die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern und die Vernetzung mit den anderen Institutionen der Gotteshütte, natürlich auch dem Café Liebenswert", sagte Sperling. Die Mitarbeiter der Beratungsstelle arbeiten künftig in den beiden sehr schön eingerichteten Therapieräumen an der Bongardstraße. Meist auf Anfrage der Jugendämter, die Hilfe für problematische Familiensituationen suchen. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Jugendlichen, wie Brauch betont: "Klientel sind nicht nur die Jugendlichen, wir betreuen auch Eltern oder kleinere Kinder." Jugendhilfe heißt im Fall der "Lösungswege" also quasi von null bis 80.

Ein therapeutisches Angebot statt Initiativmaßnahme - so lässt sich der Weg der neuen Beratungsstelle beschreiben. Also: Eher im Gespräch herausfinden, wo das Problem liegt, als konkret bei Alltagssituationen eingreifen. Aber natürlich nicht immer, sagt auch Sperling, der genau wie seine Kollegin Brauch schon seit mehr als 15 Jahren in der Familientherapie und der Traumatherapie arbeitet: "Natürlich kann es auch mal sein, dass wir mit einer jungen Mutter und ihren Kindern einen Kuchen in unserer Küche hier backen, um quasi Normalität zu zeigen. Oder in eine Familie hineingehen, in ihre Wohnung, um dort in ganz konkreten Situationen zu helfen." Der Schwerpunkt liege allerdings schon an der Bongardstraße - auf Treffen, alle zwei Wochen und von etwa einem Jahr Dauer. Oder auch länger. "Ich habe eine Familie, mit der arbeite ich seit vier Jahren. Wir treffen uns quartalsweise, was der Familie guttut", sagt Sperling.

Das familientherapeutische Angebot gibt es schon lange bei der Gotteshütte. Es wurde nun lediglich - auch auf Initiative der Jugendämter - eine neue Stelle außerhalb der Jugendhilfsangebote in Wohngruppen geschaffen. Um auch außerhalb einer Wohngruppe mit den Familien arbeiten zu können. Und auch präventiv, wie Brauch sagt: "Manchmal kommen die Jugendämter auf uns zu. Wenn etwa deutlich wird, dass die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern hinten und vorne nicht klappt." Das Angebot ist übrigens nicht auf den Oberbergischen Kreis beschränkt; es gab auch Anfragen aus den Jugendämtern aus Wermelskirchen oder Kürten.

Quelle: RP
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