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Hückeswagen
Wie sich Senioren vor Gaunern schützen

Hückeswagen. Kriminalhauptkommissar Walter Steinbrech von der Kreispolizeibehörde stellte rund 70 älteren Zuhörern in einem Vortrag die perfiden Tricks von Trickdieben vor. Die kfd hatte dazu für Dienstag ins Gemeindehaus eingeladen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Mit diesem Irrtum räumte Kriminalhauptkommissar Walter Steinbrech sofort zu Beginn seines Vortrags auf: "Vergessen Sie zu glauben, Sie würden es merken, wenn Ihnen jemand den Geldbeutel aus der Tasche zieht. Das merkt man nicht", stellte er klar. Wenn die Täter nur halbwegs gut drauf seien, merke man den Verlust erst beim Bezahlen. Es seien in der Regel hochprofessionelle und organisierte Gruppen, die vor allem an belebten Orten zuschlagen, etwa an einem vollen Bahnhof. Die Empfehlung des Polizisten: "Machen Sie es den Gaunern nicht zu leicht. Tragen Sie Wertsachen immer so dicht wie möglich am Oberkörper."

Das war nur einer der vielen Tipps, die der Kriminalbeamte im katholischen Gemeindehaus parat hatte. Rund 70 ältere Menschen waren der Einladung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) und der Kriminalpolizei für den Vortrag zum Thema "Sicher leben. Sicherheitstipps - nicht nur - für Senioren" gefolgt. Steinbrech, im Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz beschäftigt, erzählte allerlei Wissenswertes darüber, wie Kriminelle Senioren mit perfiden Tricks um ihr Geld bringen.

Es freute die kfd-Ortsvorsitzende Beate Knecht, dass mehr Zuhörer gekommen waren, als sich angemeldet hatten: "Das zeigt uns, dass das Thema wichtig ist und wir mit diesem Vortrag eine gute Wahl getroffen haben."

Ein Schwerpunkt war der Taschendiebstahl: Ein weiterer beliebter Trick seien die Kartentricks. Dabei gehe es nicht um Kartenspiele, erläuterten die Puppen "Martin und Lukas" in einem Video. Vielmehr seien es die EC-Karten, auf die es die Kriminellen abgesehen hätten, betonte Steinbrech. "Die PIN-Nummer sollte man sich immer merken, höchstens per Kuli auf den Unterarm schreiben. Niemals aber sollte man sie im Geldbeutel haben, auch nicht in der Handtasche, in der sich das Portemonnaie befindet - oder schlimmstenfalls gar auf der EC-Karte notieren."

Beim Eingeben der PIN am Automaten sollte man das Tastenfeld abschirmen und die Nummer blind eintippen. Sei es dennoch zum Diebstahl der Karte gekommen, so wäre es das Wichtigste, sie sofort zu sperren (s. Kasten) und Anzeige zu erstatten, sagte Steinbrech: "Die Polizei sollte wissen, wo Karten entwendet werden. Wenn keine Anzeige erstattet wird, müssen wir davon ausgehen, dass alles in Ordnung ist." Auch könnten so "beliebte" Gegenden für den Diebstahl von EC-Karten ausgemacht werden.

An Bedeutung gewonnen hat in den vorigen Jahren der Tatort Telefon. "Vor allem der ,Enkeltrick' funktioniert trotz Prävention leider immer wieder", berichtete der Kriminalhauptkommissar. "Dabei geben sich Betrüger am Telefon bei vornehmlich älteren und alleinstehenden Menschen als deren Enkel aus, die in einer Notlage sind und dringend Geld benötigen." Das Geld würde von einem Bekannten abgeholt und dann am Folgetag vom vermeintlichen Enkel zurückgebracht.

Auch hier zeigte Steinbrech anhand eines echten Telefonanrufs, wie schnell ein Vertrauensverhältnis hergestellt werden kann. Nicht nur die große Zahl der Anwesenden, auch deren Reaktionen und Fragen auf den abwechslungsreichen Vortrag haben deutlich gemacht, dass es sich in der Tat um ein sensibles Thema handelt.

Quelle: RP
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