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Hückeswagen
Wieder Weihnachtsbaum vorm Schloss

Hückeswagen: Wieder Weihnachtsbaum vorm Schloss
Die Rotfichte auf dem Schlosshof. FOTO: Stephan Büllesbach
Hückeswagen. Eine wunderschöne Fichte - groß und dicht - steht seit Samstag wieder auf dem Schlosshof. Gestiftet von einer Familie aus Wiehagen und abgesägt, transportiert und aufgestellt von den Handwerkern. Die hatten auf diese Dienstleistung 2016 verzichtet. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es war der klassischer Fall, bei dem "zwei Fliegen mit einer Klappe" geschlagen wurden: Am kalten Samstagvormittag waren Hückeswagener Handwerker nach Wiehagen gefahren, um auf einem Privatgrundstück den Weihnachtsbaum für den Schlosshof zu fällen. Beim Haus von Axel Bormann am Birkenweg stand der große Kran des Dachdeckerbetriebs Vierkant und Redetzki, Malermeister Guido Schnitzler war ebenso vor Ort wie Mitarbeiter von Immobilien Richtsfeld und Otto's Baum- und Holzservice. "Wir haben moralische Unterstützung von Rolf Herzog", berichtete Schnitzler. "Er kennt sich mit der Thematik aus, seinen Baum haben wir vor zwei Jahren bekommen."

In diesem Jahr spendete Axel Borgmann den Baum, den sein Vater vor etwa 50 Jahren als kleinen Setzling neben die Einfahrt des damals neu gebauten Hauses gepflanzt hatte. "Ich hätte mit dem riesigen Baum ohnehin etwas machen müssen, da seine Wurzeln schon die Steine in der Einfahrt hochdrücken", sagte der Wiehagener, der eifrig Fotos von der gut einstündigen Aktion machte. Und so hatten sowohl Stadt als auch Spender etwas davon.

Dabei klappte es mit Borgmanns Baum erst im zweiten Anlauf - schon vor drei Jahren war Schnitzler die schön gewachsene, etwa zwölf Meter hohe Fichte aufgefallen. "Damals klappte das nicht, aber in diesem Jahr habe ich Herrn Borgmann noch einmal angesprochen - und jetzt steht der Baum gleich oben am Schloss", sagte der Malermeister.

Die Verstimmung zwischen Handwerkern und Stadtverwaltung hat sich längst gelegt. Diese war im vorigen Jahr verantwortlich dafür, dass es keinen Weihnachtsbaum vor dem Schloss gegeben hatte. Die Stadt hatte es nämlich versäumt, im Zuge der Fassadensanierung des Schlosses auch hiesige Handwerker anzusprechen. Daher waren diese "verschnupft" und hatten beschlossen, dass sie 2016 nicht ehrenamtlich für einen Christbaum vor dem Schloss sorgen werden. Die Stadt entschuldigte sich daraufhin bei den Handwerkern, so dass es in diesem Jahr wieder stimmungsvoll auf dem Platz zugehen kann.

Hauptakteur am Samstag war Sven Otto, der sich per Kran in luftige Höhe heben ließ, um zunächst den Baumwipfel an einer Kette zu befestigen. Dann kletterte er mit Steigeisen von unten am Stamm hoch, um die unteren Äste mittels Kettensäge zu entfernen. Im Anschluss daran besprach er sich mit seinen Handwerkerkollegen, wo der Stamm durchgesägt werden sollte. Ein etwa zwei Meter hoher Stumpf blieb schließlich übrig, als es nach wenigen Minuten hieß: "Baum hängt!" Es war ein durchaus eindrucksvoller Moment, als der Baum, der abgesägt immer noch rund zehn Meter hoch ist, sich an seiner Aufhängung langsam zur Seite neigte und in Präzisionsarbeit per Kranfernsteuerung auf den bereitstehenden Hänger bugsiert wurde.

Ordentlich festgeschnallt und gesichert ging er dann, gezogen von einem großen Trecker, über Kammerforsterhöhe, Kölner Straße und Marktstraße zur neuen Heimat der Rotfichte für die kommenden Wochen: den Schlossplatz. Dort stellten die Handwerker den Weihnachtsbaum am frühen Mittag noch auf. Gestern wurden die Lichterketten installiert. In seiner vollen leuchtenden Pracht wird er dann ab kommendem Montag, 27. November, nach dem Totensonntag, zu sehen sein.

Quelle: RP
 
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