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Hückeswagen
Wildschwein-Virus gefährdet Hunde

Hückeswagen: Wildschwein-Virus gefährdet Hunde
FOTO: Dörner, Hans (hdo)
Hückeswagen. Das von Schwarzwild übertragene Aujeszky-Virus bedeutet für Hunde den sicheren Tod - gerade Tiere von Jägern sind gefährdet. Die kennen das Risiko und treffen Vorkehrungen. Privaten Hundehaltern raten sie zu simplen Maßnahmen. Von Markus Plüm

Sie stöbern im Unterholz, setzen ihre hervorragend geeigneten Sinnesorgane ein und helfen ihrem Herrchen, verletzte oder getötete Beute aufzutreiben. Jagdhunde sind für ihre Besitzer in vielen Fällen unerlässlich und ein treuer Begleiter - doch derzeit sind sie auch einer tödlichen Gefahr ausgesetzt. Ebenso wie andere im Wald umherstreifende Hunde.

Denn das Aujeszky-Virus, oder genauer die Aujeszkysche Krankheit, wird seit geraumer Zeit wieder vermehrt als Todesursache von Jagdhunden nachgewiesen. Der jüngste Fall wurde erst um die Karnevalstage in Hessen nachgewiesen, wo ein Tier eingeschläfert werden musste. Gerettet werden konnte es nicht, denn die Überlebenschancen sind gleich null. Eine Behandlung, geschweige denn einen Impfstoff gibt es nicht.

Übertragen wird das Virus von ausgewachsenen Wildschweinen, die selbst problemlos damit leben können. Denn erst bei Übertragung auf andere Wirte wird es tödlich. Vereinzelt traten vor allem in den hessischen Landkreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Hersfeld-Rotenburg im Odenwaldkreis oder auch Fulda auf. Doch da Wildschweine in der Lage sind, bis zu 30 Kilometer in nur einer Nacht zurückzulegen, seien Fälle in NRW oder im Oberbergischen Kreis nicht unwahrscheinlich, sagt der Hückeswagener Peter Möricke, Hundeobmann der Kreisjägerschaft. "Theoretisch besteht überall dort, wo sich die Bewegungskreise von Wildschweinen und Jagdhunden überschneiden, eine Ansteckungsgefahr."

Dabei müsse der Hund noch nicht einmal in Berührung mit dem Blut oder dem rohen Fleisch des Wildschweins kommen, auch der Kontakt mit dem Speichel oder der Schleimhaut reicht für eine Ansteckung bereits aus. "Die größere Gefahr besteht aber durch das Blut oder Muskelfleisch", betont Möricke. Daher seien insbesondere Jagdhunde von der Krankheit betroffen.

Diese äußere sich in tollwutähnlichen Symptomen. Nach einer Inkubationszeit von etwa vier Tagen würden die Tiere apathisch, litten unter Appetitlosigkeit und hohem Fieber. "Das Leitsymptom ist ein enormer Juckreiz. So wie bei der Tollwut, nur dass die Tiere nicht aggressiv werden. Die Krankheit endet aber in jedem Fall tödlich", versichert Möricke.

Für Menschen ist das Virus gänzlich ungefährlich. Dafür können sich aber durchaus auch Rinder, Schafe oder Katzen anstecken. Doch gerade Jagdhunde sind durch ihren vermehrten Kontakt zu Wildschweinen natürlich besonders gefährdet. Für Möricke ein kalkuliertes Risiko: "Wir Jäger wissen natürlich Bescheid, hin und wieder kann so etwas passieren. So hart es klingt, aber dann hat man Pech gehabt." Seinen Kollegen rät er daher: "Der Kontakt zum Schwein sollte so gering wie möglich gehalten werden. Wer das Fleisch verfüttern möchte, sollte es vorher abkochen und auf Innereien eher verzichten."

Und auch private Hundehalter können ihre Tiere durch einfache Maßnahmen vor einer Tragödie schützen. Möricke: "Der Hund sollte im Wald immer angeleint bleiben oder zumindest nicht unkontrolliert das Unterholz durchstöbern."

Sollte es dennoch einmal zu einer Ansteckung gekommen sein, gibt es zumindest für Besitzer mehrerer Tiere etwas Trost: Untereinander besteht keine Ansteckungsgefahr, das Virus wird nur vom Wildschwein übertragen.

Quelle: RP
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