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Hückeswagen
Wirte warten auf die Wärme

Hückeswagen. Den langen, harten Winter spüren viele Gastronomen mit Außenterrasse schmerzhaft in ihren Kassen. Vielen bleibt nur die Hoffnung, dass der Frühling bald kommt. Denn Kälte und Regen sind schlecht fürs Geschäft. Von Semiha Ünlü

Wenn die Temperaturen auf zehn Grad klettern und es trocken bleibt, ist die Terrasse in der "Gaststätte Beverblick" schnell voll. Immerhin finden dort nahe des Bever-Ufers bis zu 110 Gäste Platz. Doch zurzeit herrscht dort fast Leere, weil der Frühling auf sich warten lässt und kaum jemand Lust aufs Verweilen in Großberghausen hat. Gestern hatte der neue Wirt, Hans-Jürgen Feyer, seinen ersten Tag. Doch viel Kundschaft hatte er nicht. "Auch am Wochenende soll die Gaststätte nur zu 20 Prozent ausgelastet gewesen sein", sagt er nach Rücksprache mit Inhaber Maik Wickesberg. Feyer hofft nun auf wärmere Temperaturen und Trockenheit.

Um drei Wochen zurückgeworfen

Der "Beverblick" ist nicht der einzige Gastronomiebetrieb in Hückeswagen, in dem man den Frühling herbei sehnt, damit das Geschäft auf Touren kommt. Auch in den beiden Eiscafés warten Gastronomen und Mitarbeiter auf wärmere Temperaturen. "Ich habe eigentlich drei Mitarbeiter, aber zurzeit kümmere ich mich alleine um das Geschäft, weil zu wenig zu tun ist," sagt Bruna Valenti, die Inhaberin der Eisdiele im Island. Im Winter essen die Deutschen ihr Eis nach einer aktuellen Umfrage am liebsten. "Das stimmt auch", erklärt Claudia Zolli vom "Friuli" am Etapler Platz. "Doch bei kalten Temperaturen gehen weniger Menschen überhaupt vor die Tür." Um gut drei Wochen habe der Winter ihr Geschäft zurückgeworfen, doch sie bleibt optimistisch: "Das können wir aufholen."

In der "Hosteria" am Etapler Platz will René Köhler den Sommer geradezu herauf beschwören. "Am 20. März machen wir unsere ,Springbreak-Party', eine Feier, mit der wir hoffentlich den Frühling bringen", erzählt er. Den langen Winter hat der Gastronom und Autohändler mit Veranstaltungen überbrückt. "Wir haben mit verschiedenen Aktionen versucht, uns vom Wetter nicht so abhängig zu machen, haben etwa die Bundesliga-Spiele gezeigt." Und das funktioniere sehr gut.

In seiner Gaststätte "Zur Zornigen Ameise" an der Bever-Talsperre ist der Gastronom aber auf schönes Wetter angewiesen. "Der Winter hat uns bei den Umbauarbeiten sehr viel Kraft und Geld gekostet. Um die Kosten einzuholen, brauchen wir natürlich den Frühling. In der nächsten Woche öffnen wir." Köhler ist zuversichtlich: "Viele Menschen sind sonnenhungrig, und werden bei den ersten Sonnenstrahlen sofort ausgehen wollen."

Die Terrasse wird eingerichtet

Vom Winter nicht betroffen ist Bernd Kürten vom Strandcafé Kürten. "Wir haben am Dienstag erst wieder geöffnet, hatten wie jedes Jahr den Winter über geschlossen." Doch auch er setzt auf den Frühling, zumal die ersten Sonnenstrahlen schon da seien: "Noch in dieser Woche werden wir die Terrasse einrichten." Über den Sommer mache er sich mehr Sorgen: "Wenn der verregnet ist, müssen wir das im Herbst ausgleichen."

Quelle: RP
 
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